Bundesliga

Herrlich warnt vor einem Trugschluss

Augsburg: Gegen Mainz ist Initiative mit Ball gefragt

Herrlich warnt vor einem Trugschluss

War zu seiner aktiven Zeit unter anderem für Dortmund und Gladbach am Ball: Heiko Herrlich.

War zu seiner aktiven Zeit unter anderem für Dortmund und Gladbach am Ball: Heiko Herrlich. imago images

Auch wenn es zuletzt zwei Niederlagen gegen Leipzig (0:2) und Leverkusen (1:3) gab, steht Augsburg nach fünf Spieltagen ordentlich da. Der Sieg bei Union (3:1), der Coup gegen Dortmund (2:0) und das Remis in Wolfsburg (0:0) brachten sieben Zähler und aktuell Platz 11 in der Tabelle. Hinzu kommt: Der FCA hat schon gegen drei Klubs aus den aktuellen Top 4 gespielt.

Doch obwohl sein Team nun bereits drei Duelle mit den Spitzenklubs hinter sich hat, warnt Trainer Heiko Herrlich. "Es ist ein Trugschluss zu denken: Danach wird's leicht. Im Gegenteil, dagegen wehre ich mich", betont der 48-Jährige. Am Samstag empfängt der FCA das bislang punktlose Schlusslicht Mainz - wegen der hohen Corona-Infektionszahlen in Augsburg ohne Zuschauer im Stadion.

Man darf nicht nur Chancen haben im Umschaltspiel, sondern muss auch aus dem Spiel heraus zu Chancen kommen.

Heiko Herrlich

Den FCA dürfte eine Herausforderung erwarten, die der Mannschaft erfahrungsgemäß nicht liegt. Augsburg ist voraussichtlich gefordert, die Initiative zu ergreifen, das Spiel selbst zu gestalten und Ideen mit Ball zu entwickeln. Bislang besann sich Herrlichs Team ganz auf die geliebte Außenseiterrolle, verteidigte diszipliniert, lief sehr viel, lauerte auf Konter und Standards. Ballbesitz hatte Augsburg nur ganz wenig. Durchschnittlich 33 Prozent in fünf Spielen sind mit Abstand der geringste Wert der Liga. Es folgen Gegner Mainz und Bremen mit je 41 Prozent.

Herrlich sieht sein Team auf einem guten Weg

Nach der Stabilisierung der Defensive ist es nun Herrlichs Aufgabe, das Spiel mit Ball zu entwickeln. Der Trainer formuliert den Auftrag so: "Man darf nicht nur Chancen haben im Umschaltspiel, sondern muss auch aus dem Spiel heraus zu Chancen kommen. Wir arbeiten daran, das ist ein Prozess."

Ungeachtet der Statistiken sieht Herrlich sein Team auf einem guten Weg. Ein Treffer wie das zwischenzeitliche 1:1 in Leverkusen, das nach einer Kombination gegen eine tief positionierte Abwehr fiel, dient ihm als Beleg. Dennoch gibt es noch viel Luft nach oben. Oder wie Herrlich es ausdrückt: "Als Trainer will man immer mehr." Das Spiel gegen Mainz bietet eine gute Gelegenheit, mehr zu zeigen.

David Bernreuther