Bundesliga

FC Augsburg, Heiko Herrlich vor Leverkusen: "Von Anfang an angezählt"

Augsburgs Trainer vor der Rückkehr nach Leverkusen

Herrlich: "Von Anfang an war ich angezählt"

Trifft am Montag auf seinen ehemaligen Arbeitgeber Bayer Leverkusen: Heiko Herrlich.

Trifft am Montag auf seinen ehemaligen Arbeitgeber Bayer Leverkusen: Heiko Herrlich. getty images

Im Sommer 2017 trat Herrlich den Trainerjob in Leverkusen an und führte die Werkself nach Platz zwölf im Vorjahr in der Saison 2017/18 auf Rang fünf. Nur drei Tore fehlten letztlich zur Qualifikation für die Champions League. "Ich habe die Mannschaft nach einem schwierigen Jahr übernommen und Stabilität reingebracht. Wir haben attraktiven Fußball gespielt", sagt Herrlich und verweist darauf, dass sich sein Team damals die zweitmeisten Torchancen hinter dem FC Bayern erspielte. "Die erste Saison war eine erfolgreiche Zeit", resümiert der Coach.

Die zweite Spielzeit gestaltete sich jedoch von Beginn an schwierig. Mit Charles Aranguiz und Julian Baumgartlinger fielen zwei Schlüsselspieler lange aus, der Auftakt ging völlig daneben: drei Spiele, null Punkte, Platz 18. Der schlechteste Start in Leverkusens Bundesligageschichte. "Von Anfang an war ich angezählt", blickt Herrlich zurück. Die Diskussionen um den Trainer zogen sich durch den Herbst, Bayer taumelte bis Mitte November durch die Liga. "Es war schwer, als angezählter Trainer die Mannschaft mitzureißen", sagt Herrlich und findet: "Trotzdem ist uns das gelungen." Während bereits über seine Ablösung spekuliert wurde, startete er mit seinem Team Mitte November eine starke Serie und holte in der Liga bis Weihnachten 13 von 18 möglichen Punkten.

Trainersteckbrief Herrlich
Herrlich

Herrlich Heiko

Bayer 04 Leverkusen - Vereinsdaten
Bayer 04 Leverkusen

Gründungsdatum

01.07.1904

Vereinsfarben

Rot-Weiß-Schwarz

FC Augsburg - Vereinsdaten
FC Augsburg

Gründungsdatum

08.08.1907

Vereinsfarben

Rot-Grün-Weiß

Am 22. Dezember 2018 wird es skurril

Am Abend des 22. Dezember 2018 spielten sich dann skurrile Szenen in der Bay-Arena ab. Herrlich hatte mit einem 3:1 gegen Hertha gerade den zweiten Sieg in Folge eingefahren - und sah sich nach Schlusspfiff trotzdem vor allem mit Fragen zu seiner Zukunft konfrontiert. Fragen, die Herrlich nicht beantworten konnte. Denn dass er gehen muss und Peter Bosz sein Nachfolger wird, war zu diesem Zeitpunkt zwar intern schon beschlossen. Nur gesagt hatte es dem Trainer noch niemand. Erst später am Abend erklärte Rudi Völler dem Coach die Entscheidung, am nächsten Tag machte Bayer sie publik. Einen Tag vor Weihnachten war Herrlichs Amtszeit also beendet.

"Das war in dem Moment überraschend, weil wir aus den letzten sechs Spielen 13 Punkte geholt hatten", sagt der 48-Jährige. Mit der Entlassung habe er deshalb "eigentlich nicht mehr gerechnet". Wirklich unerwartet kam die Entscheidung nach den Entwicklungen der Vormonate allerdings nicht, auch wenn der Ablauf der Trennung ziemlich unglücklich wirkte. Völler sprach damals von einer "Stagnation in der Entwicklung des Teams". Herrlich meint heute: "Wir haben es trotz der fehlenden zentralen Spieler geschafft, der Mannschaft wieder Stabilität zu verleihen. Wir waren Erster in der Europa-League-Gruppenphase und in der Liga in Schlagdistanz zu den internationalen Plätzen." Die Frage, ob er die Entscheidung der Bayer-Verantwortlichen im Nachhinein nachvollziehen könne, will Herrlich nicht mehr beantworten. "Das ist Schnee von gestern, kalter Kaffee", sagt er. "Das ist die Entscheidungshoheit des Vereins, der jeder Trainer unterliegt. Das muss man akzeptieren." Herrlich beschäftigt sich lieber mit der Gegenwart: "Meine ganze Konzentration und Schaffenskraft ist beim FC Augsburg."

Bei Herrlich überwiegt die Dankbarkeit

Am Montag (20.30 Uhr) kehrt Herrlich mit dem FCA in die Bay-Arena zurück. "Ich gehe mit positiven Erinnerungen dahin", betont er. Er habe dort als Jungprofi von 1989 bis 1993 sowie als Trainer "eine schöne Zeit" gehabt. Auch wenn das Ende denkwürdig war, sagt Herrlich: "Die Dankbarkeit überwiegt trotzdem. Leverkusen bleibt immer positiv in meinem Herzen." Für das Wochenende vor Weihnachten 2018 gilt das aber wohl eher nicht.

David Bernreuther

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