DFB-Pokal

Helene-Fischer-Auftritt: Pfiffe, Bobic-Kritik, DFB-Prüfung

Showeinlage in der Halbzeitpause löst Debatte aus

Helene-Fischer-Auftritt: Pfiffe, Bobic-Kritik, DFB-Prüfung

Wurde im Berliner Olympiastadion lautstark ausgepfiffen: Schlagersängerin Helene Fischer.

Wurde im Berliner Olympiastadion lautstark ausgepfiffen: Schlagersängerin Helene Fischer. picture alliance

Während das neue Album der Schlagersängerin in den Charts aktuell weit oben auf Platz zwei rangiert, kam ihr Auftritt beim 2:1-Sieg von Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt im Berliner Olympiastadion gar nicht gut an: Helene Fischer wurde am Samstagabend lautstark ausgepfiffen, als sie ihr Medley sang.

Helene Fischers Auftritt war für viele Anhänger ein Symbol für die ausufernde Kommerzialisierung im Profifußball, auf Twitter machte der Begriff "HeleneFischerisierung" die Runde. Viele Fans kritisierten den DFB, aus dem Pokalendspiel nach amerikanischem Vorbild einen "deutschen Superbowl" machen zu wollen.

Reaktionen von DFB, Bobic und Hellmann

Der DFB teilte am Sonntag mit, die Abläufe wie in jedem Jahr analysieren und danach entscheiden zu wollen, "was wir beibehalten oder verändern". Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic hatte die umstrittene Showeinlage scharf kritisiert: "Helene Fischer hat beim Pokalfinale nichts zu suchen." Warum? "Weil wir Fußball spielen, und die wahren Fans des Fußballs haben in der Halbzeitpause keine Lust auf Hollywood."

Frankfurts Vorstand Axel Hellmann nannte am Rande des Banketts zwei Gründe für die Pfiffe: "Unter der Woche gab es ein Bild von Helene Fischer im BVB-Trikot. Die Fans wollen aber auch kein Chichi-Programm in der Pause, sie wollen Fußball, keine Showacts. Das Pokalfinale ist an einer Schwelle, an der sich die Dinge von den Bedürfnissen der Basis entkoppeln. Du merkst, welche Distanz entstanden ist, das macht mir Sorge. Der DFB ist gut beraten, grundsätzlich darüber nachzudenken, wie er so ein Finale volksnäher aufzieht."

"Ich bin kein ausgewiesener Dortmund-Fan"

Helene Fischer reagierte im "Sportschau Club" entspannt. Auf die Frage, ob sie möglicherweise wegen ihrer Sympathien für den BVB von Frankfurter Fans ausgepfiffen worden sei, antwortete die 32-Jährige: "Ich bin kein ausgewiesener Dortmund-Fan. Also, ich bin ziemlich neutral. Ich habe von ganzem Herzen beiden Mannschaften die Daumen gedrückt."

Die Pfiffe erklärte sie übrigens mit einer Freibier-Wette aus der Frankfurter Kneipen-Szene. Dabei soll es darum gegangen sein, dass Frankfurter Wirte Freibier versprochen hätten, wenn Helene Fischers Auftritt von Pfiffen übertönt würde. "Und ich muss sagen: Wette gewonnen. Glückwunsch dafür, die Wirte müssen jetzt ran", so die Sängerin.

ARD: "Von Zensur kann keine Rede sein"

Die ARD erklärte zu der Frage, ob die kritischen Pfiffe bei der Übertragung "heruntergeregelt" wurden, die Halbzeitshow werde im Auftrag des DFB produziert, die ARD nehme technisch darauf keinen Einfluss. "Unabhängig davon ist es üblich, bei Musikübertragungen die Musik zugunsten der übrigen Geräuschkulisse stärker zur Geltung kommen zu lassen." Die Pfiffe seien dadurch aber keinem Zuschauer entgangen. "Von Zensur oder ähnlichem kann also gar keine Rede sein."

cfl/jf/sid/dpa

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