Bundesliga

Heidel bestätigt Interesse an Ujah

Mainz: Tuchel bittet den Stürmer am Montag zum Gespräch

Heidel bestätigt Interesse an Ujah

Anthony Ujah steht auf dem Mainzer Einkaufszettel ganz oben.

Anthony Ujah steht auf dem Mainzer Einkaufszettel ganz oben. imago

Am Samstag, beim jüngsten Ligaspiel in Norwegens höchster Spielklasse, fehlte Ujah (0:1 in Aalesund). Offiziell wegen Rückenproblemen. Am späten Sonntagabend bestätigte Manager Christian Heidel das Interesse, bereits am Montag erwartet Trainer Thomas Tuchel den Angreifer zum Gespräch. Der Coach der Rheinhessen beobachtete den Stürmer bereits vor Ort in Norwegen, doch zu einer Kontaktaufnahme kam es damals noch nicht.

Allerdings hat sich im Werben um Ujah konkret auch der dänische Spitzenklub FC Kopenhagen eingeschaltet, wenn gleich Heidel sagt, dass "Anthony sich klar erklärt hat, dass er unbedingt nach Mainz will und nicht nach Kopenhagen". Sollten die Nullfünfer nach dem Gespräch zwischen Tuchel und Ujah die Verpflichtung des Angreifers weiterhin ins Auge fassen, hat Heidel am vergangenen Donnerstag bereits eine Vereinbarung mit Lilleström getroffen. Wegen des neuen Interesses von Kopenhagen droht Heidel allerdings eine Nachverhandlung mit den Norwegern.

Bei Ujah, der bis 2013 unter Vertrag steht, beeindruckt die Torquote. In der aktuellen Saison schoss der 1,83 Meter große Mittelstürmer 13 Tore in zwölf Ligaspielen. Im Vorjahr erzielte er 14 Treffer in 24 Begegnungen. Auch wenn die norwegische Liga gewiss nicht der Nabel der Fußballwelt ist, hat es Ujah damit in die Notizblöcke diverser Bundesligisten gebracht. Zumal es mit Chinedu Obasi (Hoffenheim) und Ya Konan (Hannover) zwei afrikanische Angreifer gibt, die erfolgreich den Umweg über Norwegen in die Bundesliga wählten, um sich an den europäischen Fußball zu gewöhnen. Hoffenheim beobachtet ihn seit mehr als einem Jahr, ist aber noch nicht restlos überzeugt, dass er sich in der Bundesliga durchsetzt. Ein Thema auf einer internen Sitzung am Freitag mit Hoffenheims neuem Trainer Holger Stanislawski war Ujah trotzdem. Seine Ablösesumme wird auf zwei bis drei Millionen Euro taxiert.

Ujah gilt unter Szenekennern als hochinteressant und sehr entwicklungsfähig. Der Angreifer hat seine Stärken im Strafraum, weil er sich mit seinem kompakten, wuchtigen Körper geschickt um den Gegner herumdreht und oft an der richtigen Stelle steht.

Außerhalb des Sechzehners entwickelt er viel Zug zum Tor, "ist sehr schnell und trifft häufig nach Kontern", berichtet kicker-Korrespondent Kare Torgrimsen. Auch wenn Ujah meist im 4-4-1-1- oder 4-2-3-1-System in vorderster Linie aufgeboten wurde, ist er kein typischer "Target Player", der mit dem Rücken zum Tor agiert, Bälle behauptet und weiterleitet. In technischer und taktischer Hinsicht kann Ujah noch zulegen, ausbaufähig ist ebenso seine Defensivarbeit. Weil Mainz 05 stets betont, nach Adam Szalais Verletzung einen Stürmertyp zu suchen, den der Klub nicht in seinen Reihen hat, würde Ujah perfekt passen.

Uwe Röser