Bundesliga

Hectors Lehrstunde für Freiburgs Talent Schade

Die Formkurve des Angreifers schwankt noch deutlich

Hectors Lehrstunde für Freiburgs Talent Schade

Jonas Hector hatte Kevin Schade sehr gut im Griff.

Jonas Hector hatte Kevin Schade sehr gut im Griff. imago images/RHR-Foto

Mit gerade mal 20 Jahren sind Leistungsschwankungen ganz normal. Selbst absolute Ausnahmetalente erwischen zu Beginn ihrer Karriere dann und wann einen gebrauchten Tag. Eine Erfahrung, die junge Fußballer niemals gerne machen, aber eben zum Reifeprozess dazugehört. So wie bei Freiburgs Kevin Schade. Der Flügelspieler im Team von Trainer Christian Streich reihte nach einem mäßigen Auftritt zum Jahresauftakt gegen Bielefeld (2:2) zuletzt drei beeindruckende Spiele beim 1:5 gegen Dortmund (kicker-Note 2,5), beim 4:1 gegen Hoffenheim im Pokal (Note 2, ein Tor) und beim 2:0 in Stuttgart (Note 2, ein Tor) aneinander. Seine Fähigkeiten sind unbestritten : Der 1,83 Meter große gebürtige Potsdamer ist schnell, sprungstark, hat Zug zum Tor und kann Gegenspieler unbekümmert im Eins-gegen-eins stehen lassen.

Am vergangenen Samstag nun gab es allerdings eine Lehrstunde der unangenehmeren Art. Kölns Linksverteidiger Jonas Hector (kicker-Note 2) kochte den durchaus engagierten, aber komplett glücklosen Schade nach allen Regeln der Kunst ab. Hector gewann 92 Prozent seiner Zweikämpfe, sein direkter Gegenspieler Schade nur 12 Prozent. Der junge Freiburger blieb in seinem achten Startelfeinsatz in jeder Situation unterlegen und kam zu keinem Torschuss. Der 31 Jahre alte Hector dagegen hatte zwischenzeitlich sogar noch die Muße, Schade und den Rechtsverteidiger dahinter, Lukas Kübler, in deren eigenem Abwehrdrittel zu beschäftigen - und legte im Gegensatz zu Schade seinen Gegenspielern noch zwei Torschüsse auf.

Auch Streich sah offenbar, dass der Einsatz seines Rechtsaußen an diesem Nachmittag wirkungslos blieb und holte den U-21-Nationalspieler in der Halbzeit vom Feld. "Auf der Bank sind Spieler, die auch gut sind und spielen wollen", begründete der SC-Coach seinen Wechsel und erklärte: "Wenn es bei einem nicht so läuft, dann kommt ein anderer rein." In diesem Fall Roland Sallai, der deutlich mehr Gefahr versprühte (Note 3) und nur von der Abseitsstellung Nico Schlotterbecks um den Ausgleichstreffer gebracht wurde. Der Ungar und Schade konkurrieren derzeit nahezu gleichauf um den Platz im rechten Mittelfeld - gut möglich, dass Streich Schade nun erstmal eine Pause verpasst.

Vom Nachwuchsspieler zum festen Teil des Profikaders

Dessen schnelle Aufs und Abs in der Formkurve sind noch ein normaler Teil des Entwicklungsprozesses, schließlich spielt Schade seine erste Saison in der Bundesliga. Und das bereits in einer beeindruckenden Art und Weise: Drei Tore und eine Vorlage in 18 Einsätzen können sich sehen lassen. Der gebürtige Potsdamer stieg innerhalb eines halben Jahres vom Nachwuchsspieler zum festen Teil des Profikaders auf. Bis seine Leistungen konstanter werden, dürfte es noch eine Weile dauern. Hector könnte ihm da ein gutes Beispiel sein: Als der spätere deutsche Nationalspieler so alt war wie Schade, kickte Hector noch mit der 2. Mannschaft des 1. FC Köln in der Regionalliga West. 

Jim Decker

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