Bundesliga

Hector: Eine Kante mit Speed

Frankfurt: Neuer Verteidiger mit Startelfchancen

Hector: Eine Kante mit Speed

Punktet mit Zweikampfverhalten und Schnelligkeit: Neuzugang Michael Hector.

Punktet mit Zweikampfverhalten und Schnelligkeit: Neuzugang Michael Hector. imago

Bereits am Sonntag debütierte Hector für die Eintracht, rund 25 Minuten spielte er bei der Generalprobe gegen Celta de Vigo (3:1). Kurios: Kovac hätte den Jamaikaner nicht von Beginn an aufstellen können, da noch nicht alle nötigen Unterlagen aus London eingetroffen waren. Erst im Verlauf der ersten Hälfte, als Hector schon auf der Bank saß, war das Leihgeschäft endgültig perfekt. "Michaels Einstand ist gut gelaufen, man hat seine Fähigkeiten gesehen, auch wenn man das Spiel nicht überbewerten sollte", konstatiert der Coach angesichts mehrerer gewonnener Zweikämpfe. Mit der Verpflichtung des 1,93 Meter großen Abwehrspielers ist er sehr zufrieden. "Das ist schon eine Kante. Neben seiner Größe hat Michael ein gutes Zweikampfverhalten und eine außerordentlich gute Schnelligkeit. Das ist das, was wir wollten", zählt Kovac die Vorzüge des 24-Jährigen auf. Was ihn besonders freut: "Hinten in der Kette haben wir mit Bastian Oczipka, David Abraham, Guillermo Varela und Michael Hector vier Spieler, die eine sehr hohe Geschwindigkeit an den Tag legen. Falls mal ein Ball durchrutscht, besteht die Möglichkeit, dass man das korrigieren kann."

Ob Hector tatsächlich den Anforderungen in der Bundesliga gewachsen ist, muss sich allerdings erst im Ligaalltag zeigen. Erstligaerfahrung sammelte der 17-fache Nationalspieler Jamaikas bisher kaum. In Schottland bestritt er 2013/14 für den FC Aberdeen 20 Partien, in Irlands höchster Spielklasse kam er 2011 elfmal zum Einsatz. Mit Ausnahme der Premier League und der fünften englischen Liga spielte Hector bereits in jeder der acht höchsten Ligen Englands.

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Als Leihspieler auf Wanderschaft

"Er steht bei Chelsea unter Vertrag, das heißt schon mal was", meint Kovac. Und Sportdirektor Bruno Hübner weist darauf hin, dass Chelsea nach seinen Informationen vor einem Jahr acht Millionen Britische Pfund für Hector bezahlt hätte. Gespielt hat er für die Londoner trotzdem kein einziges Mal, da er nach der Verpflichtung vom FC Reading direkt wieder dorthin ausgeliehen wurde. In den Jahren zuvor verlieh ihn wiederum Reading an insgesamt elf (!) verschiedene Vereine, bevor er bei dem englischen Zweitligisten 2014/15 endlich zum Stammspieler aufstieg.

In der Startelf in Magdeburg?

Für Hector ist der Wechsel nun die große Chance, erstmals in einer starken Liga Spuren zu hinterlassen. Im kurzen Gespräch nach dem Spiel gegen Celta de Vigo machte er einen freundlichen, aufgeschlossenen Eindruck. Er ist sicher, sich rasch integrieren zu können, "ich spreche Englisch, das ist leicht". Auch physisch sei er gut drauf, "ich will spielen", betont er - und die Stimmung im Stadion genießen: "Die Atmosphäre war gut, aber ich habe schon gehört, dass es in der Saison zehnmal lauter ist." Mit rassigen Zweikämpfen kann er seinen Teil dazu beitragen, das Stadion in einen Hexenkessel zu verwandeln. Vorher steht jedoch das Pokalspiel in Magdeburg an, wo die Eintracht ebenfalls ein feuriger Empfang erwartet. Kovac stellt Hector einen Einsatz von Beginn an in Aussicht: "Ich wäre dumm, wenn ich sagen würde, dass er nicht gegen Magdeburg spielt."

Julian Franzke