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Torlinientechnik versagt bei Aston Villa gegen Sheffield United

Schiedsrichter Oliver bekam kein Signal

Hawk-Eye-Fehler: Firma entschuldigt sich für nicht gegebenes Sheffield-Tor

Liegt mit dem Ball im Tor: Örjan Nyland wurde von der Torlinientechnik verschont.

Liegt mit dem Ball im Tor: Örjan Nyland wurde von der Torlinientechnik verschont. imago images

Fanaufstände, ein positiv auf das Coronavirus getesteter Spieler oder Mitarbeiter, die Missachtung des Hygienekonzepts: Über vieles hatte sich die Premier League vor dem Re-Start am Mittwochabend Gedanken gemacht, aber nicht darüber, dass die Torlinientechnik versagt.

Beim Aufsteigerduell zwischen Aston Villa, das um die Klasse kämpft, und Sheffield United, das weiter von der Champions League träumen darf, hatte Villa-Keeper Örjan Nyland kurz vor der Pause Probleme mit einem lang getretenen Freistoß von Oliver Norwood, taumelte in Richtung eigenes Tor und wurde letztlich noch von Keinan Davis zurückgedrängt. Die Bilder belegen, dass der Ball dabei eindeutig mit vollem Umfang die Linie überschritten hat.

Selbst Nyland hatte wohl umgehend gemerkt, was er sich da gerade für einen Bock geleistet hatte. Einzig Schiedsrichter Michael Oliver munterte den ehemaligen Ingolstädter wieder auf, denn der Referee gab das Tor nicht und zeigte mehrfach auf seine Uhr, um zu sagen: "Torlinientechnik, Freunde. Mir wird nichts angezeigt!"

"No Goal, guck doch hier": Schiedsrichter Michael Oliver zu Sheffields Oliver Norwood.

"No Goal, guck doch hier": Schiedsrichter Michael Oliver zu Sheffields Oliver Norwood. imago images

So blieb es beim 0:0, das bis zum Schlusspfiff Bestand hatte. Sheffields Spieler, die damit den Sprung vorbei an ManUnited auf Platz fünf verpasst haben, äußerten nach der Partie unisono ihren Unmut über diese offensichtliche Fehlentscheidung, die es so in der Premier League noch nicht gegeben hat. "Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll", echauffierte sich beispielsweise Erfolgstrainer Chris Wilder.

Deshalb meldete sich nun sogar die Hersteller-Firma der Hawk-Eye-Technologie und entschuldigte sich. "Die sieben Kameras, die sich auf den Tribünen rund um den Torraum befanden, wurden durch den Torwart, den Verteidiger und den Torpfosten erheblich verdeckt. In über 9.000 Spielen, in denen das Hawk-Eye-Goal-Line-Technology-System im Einsatz war, wurde ein solches Maß an Verschluss noch nie zuvor gesehen."

Das System sei vor Spielbeginn in Übereinstimmung mit den IFAB-Spielregeln getestet, für funktionsfähig befunden und von den Spieloffiziellen als funktionsfähig bestätigt worden. "Das System ist durchgehend funktionsfähig geblieben. Hawk-Eye entschuldigt sich vorbehaltlos bei der Premier League, Sheffield United und allen, die von diesem Vorfall betroffen sind."

mkr

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