Champions League

Havertz: Vom Nachspielen im Garten zum Finalhelden

Deutscher erzielt erstes Champions-League-Tor

Havertz: Vom Nachspielen im Garten zum Finalhelden

Goldjunge: Kai Havertz entschied das Champions-League-Finale zugunsten von Chelsea.

Goldjunge: Kai Havertz entschied das Champions-League-Finale zugunsten von Chelsea. Getty Images

19 Mal lief Havertz vor Samstagabend in der Champions League auf, ein Treffer gelang ihm dabei im Dress von Bayer Leverkusen und Chelsea nicht. Die Tore aus der Königsklasse waren ihm allerdings wohl bekannt, denn im eigenen Garten wurde früher fleißig geübt. "Wir (zusammen mit seinem Bruder, d.Red.) haben gefühlt jedes Champions-League-Tor nachgespielt im Garten. Jetzt mache ich das 1:0, das ist einfach unfassbar", so der 21-Jährige am "Sky"-Mikrofon.

Nach einem tollen Steilpass von Mason Mount war Havertz durch, ging an Ederson vorbei und schoss das am Ende entscheidende Tor. Im 20. Spiel sein erster Treffer in diesem Wettbewerb - ein perfekter Zeitpunkt. "Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Seit ich fünf Jahre bin, erinnere ich mich an jedes Champions-League-Finale. Das ist jetzt einfach ein unfassbares Gefühl", strahlte der Matchwinner.

Spielersteckbrief Havertz
Havertz

Havertz Kai

Spielersteckbrief Werner
Werner

Werner Timo

Spielersteckbrief Rüdiger
Rüdiger

Rüdiger Antonio

Das Strahlen hatte auch Timo Werner im Gesicht, der zusammen mit Havertz vor der Saison zum FC Chelsea gewechselt war. "Das ist unsere erste Saison hier, es war vielleicht nicht immer die beste Spielzeit, ein Spiel entscheidet dann über die ganze Saison. Wir haben den Titel geholt, Kai das Tor erzielt. Deswegen sind wir hierhergekommen", sagte der Angreifer, der fand: "Es waren die kleinen Momente heute, die für uns gesprochen haben. Wir haben das Tor super herausgespielt und in der zweiten Hälfte mit purem Willen das Spiel gewonnen."

Rüdiger: "Hätte nie gedacht, so weit zu kommen"

Während bei Citys Ilkay Gündogan Enttäuschung vorherrschte, werden mit Havertz, Werner und Antonio Rüdiger gleich drei deutsche Nationalspieler mit einem sehr guten Gefühl in die Europameisterschaft im Sommer gehen. Letztgenannter war nach der Partie fast sprachlos. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll", eröffnete Rüdiger. "Ich hätte nie gedacht, dass ich so weit kommen werde. Ich will einfach den Moment genießen." Was an dem Abend wichtig war? "Wir haben gelitten, wir waren bereit zu leiden. Wir hatten diese eine Chance, die haben wir genutzt", so der Defensivmann, der zu den Fans ergänzte: "Vom Warmmachen an waren sie sofort da. Das hat uns den letzten Push gegeben."

Ich habe gezeigt, dass man Menschen, die am Boden liegen, nicht unterschätzen darf.

Antonio Rüdiger

Rüdiger schlug aber auch noch kritische Töne an. "Wenn ich für mich sprechen darf, ich war am Boden", so der im Finale einmal mehr bärenstarke Verteidiger über die Zeit zu Saisonbeginn: "Ich habe gezeigt, dass man Menschen, die am Boden liegen, nicht unterschätzen darf." Lobend hob er noch Trainer Thomas Tuchel hervor, der "sehr großen Anteil" an seinem Leistungsaufschwung gehabt habe.

mst

Bilder zur Partie Manchester City - FC Chelsea