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kicker exklusiv: Ralph Hasenhüttl erklärt Southamptons Höhenflug

Southamptons Trainer über den Höhenflug und den Europapokal

Hasenhüttl: "Ich kann hier alles bewegen, was ich bewegen möchte"

"Viele Schritte vorwärtsgekommen": Ralph Hasenhüttl.

"Viele Schritte vorwärtsgekommen": Ralph Hasenhüttl. imago images

Seit der Corona-Unterbrechung gehört der FC Southampton zu den besten Mannschaften der Premier League - und das ist kein Zufall. "Wir haben unser Spiel auf ganz andere Beine gestellt", sagt Trainer Ralph Hasenhüttl im großen Interview mit dem kicker (Donnerstagausgabe) stolz.

Vor der aktuellen Länderspielpause kletterte der Vorjahreselfte mit fünf Siegen und einem 3:3 bei Chelsea auf den vierten Platz, keine andere Mannschaft holte in dieser Zeit mehr Punkte. Wie genau hat Hasenhüttl das gemacht?

"... und das ist der Grund, warum wir erfolgreich sind"

"In der Spielpause beim Lockdown im vergangenen Frühjahr haben wir uns gesagt: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um mit mehr Risiko Fußball zu spielen. Wir sind in der Tabelle sicher, können nicht mehr absteigen. Wenn wir es jetzt nicht ausprobieren, wann dann?", erzählt er.

"Im Rückblick war es die genau richtige Entscheidung, weil wir da die größten Entwicklungsschritte mit Ball gemacht haben. Inzwischen sind wir in jedem Bereich des Spiels viele Schritte vorwärtsgekommen, und das ist der Grund, warum wir erfolgreich sind." Southamptons Spielstil hat sich deutlich gewandelt.

Europa League? "Das wäre Wahnsinn - aber ich bin auch mal gerne unrealistisch"

"Man kann jetzt nicht mehr sagen, dass wir nur eine gute Pressingmannschaft sind und immer nur schnell nach vorn spielen", so Hasenhüttl. "Wir sind viel abgeklärter geworden, gehen auch mehr ins Risiko. Wie wir inzwischen von hinten raus kombinieren, wie wir den Gegner locken und dann durch die Linien spielen, wie wir unsere Tore erzielen, das ist schon beeindruckend."

Ist so nicht auch die Europa League drin? "Das wäre Wahnsinn", sagt der frühere Trainer von RB Leipzig. "Die Konkurrenz ist natürlich brutal. Everton, Aston Villa und Wolverhampton haben im Sommer neben den Top 6 noch mal richtig Geld ausgegeben. Bei den Möglichkeiten, die diese neun Klubs haben, dürften wir eigentlich gar keine Chance haben, dahin zu kommen. Ein Top-10-Platz ist ein realistisches Ergebnis. Aber ich bin auch mal gerne unrealistisch."

"Da ist ein Vertrauen erwachsen, das ich so in diesem Geschäft noch nicht kannte"

Obwohl er vertraglich noch bis 2024 in Southampton gebunden ist, fällt Hasenhüttls Name inzwischen immer häufiger, wenn über mögliche neue Trainer bei den englischen Topklubs spekuliert wird. Der Österreicher jedoch hegt ganz offensichtlich keinerlei Abschiedsgedanken.

"Meine Frau und ich fühlen uns hier pudelwohl, wir lieben Südengland, die Menschen mögen uns", schwärmt er. "Und ich kann mich hier voll und ganz auf den Fußball konzentrieren, die Arbeit macht Riesenspaß. Ich kann hier im Verein alles bewegen, was ich bewegen möchte. Ich kann so handeln, wie ich es für richtig halte."

Klubboss Martin Semmens hatte Hasenhüttl auch nach dem unvergessenen 0:9-Debakel gegen Leicester vor knapp einem Jahr nicht infrage gestellt. "Da ist ein Vertrauen erwachsen, das ich so in diesem Geschäft noch nicht kannte", sagt Hasenhüttl. "Ich kann mir im Moment wirklich keinen schöneren Job vorstellen."

Warum Southampton von den Geisterspielen profitiert, was er beim Saisonauftakt probierte und schnell wieder verwarf und warum er auf dem Transfermarkt in Zukunft verstärkt auf ältere Spieler setzen könnte: Das große Interview mit Ralph Hasenhüttl lesen Sie im aktuellen kicker vom Donnerstag - oder hier im e-Magazine.

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