Bundesliga

Frankfurt verliert bei Werder - Hasebe mit deutlichen Worten

"Das tut doppelt weh" - Hütter ist restlos bedient

Hasebe mit deutlichen Worten: "Alles hat gefehlt"

"Das war eine verdiente Niederlage": Makoto Hasebe.

"Das war eine verdiente Niederlage": Makoto Hasebe. imago images

"Wenn man glaubt, man kann so durch die Bundesliga spazieren, wird es schwierig." "Wir sind nicht auf das Niveau gekommen, das wir in den letzten Wochen gezeigt haben." "Dass wir nach einem Sieg gegen Bayern München in Bremen verlieren, tut doppelt weh." "Wir haben den Kampf nicht so angenommen, wie ich mir das vorgestellt habe." "Dass wir hier verlieren, tut mir besonders weh." Diese lose Aneinanderreihung von Zitaten aus der Pressekonferenz zeigt deutlich, wie sehr die 1:2-Niederlage bei Werder Bremen den Frankfurter Trainer wurmt.

Es liegt in der Natur des Menschen, dass es besonders dann schwerfällt, eine Niederlage zu akzeptieren, wenn die Emotionen auf und abseits des Rasens so hochkochen wie am Freitagabend. Man will dem Kontrahenten dann erst recht so richtig zeigen, wo der Hammer hängt. Bei der Eintracht führten diese Emotionen allerdings dazu, dass die Spieler spätestens in der zweiten Hälfte zunehmend kopflos agierten und den Faden verloren. Mittelfeldspieler Djibril Sow räumt ein: "In der zweiten Hälfte haben wir uns viel zu sehr ablenken lassen und unsere Linie völlig verloren. In Bremen kommt von außen immer viel herein, davon haben wir uns beeinflussen lassen. Das dürfen wir eigentlich nicht."

Bremen wiederum reichten einfache wie wirkungsvolle Mittel - tief stehen und schnell umschalten -, um den zuvor elf Spiele ungeschlagenen Hessen den Zahn zu ziehen. "Das war eine verdiente Niederlage", resümiert Makoto Hasebe - und liegt damit richtig. Der erfahrene Japaner wählt deutliche Worte: "Es hat alles gefehlt, fußballerisch, kämpferisch und läuferisch."

Dabei hatte alles so gut angefangen: Die Eintracht war schon in der 9. Minute durch einen Kopfballtreffer von André Silva in Führung gegangen und kontrollierte in den ersten rund 25 Minuten das Geschehen. Gegen die kompakten Hausherren fanden die beiden diesmal blassen Zehner Daichi Kamada und Amin Younes jedoch kaum Lücken und Lösungen, auch insgesamt blieben zu viele Profis unter ihren Möglichkeiten. Hinzu kamen mannschaftstaktische Defizite: Situativ fehlten die Kompaktheit und der Zugriff im Gegenpressing, sodass Werder schon vor der Pause einige gefährliche Konter fahren konnte. Auch die beiden Gegentreffer fielen viel zu leicht. Vor dem 1:1 versäumten es allen voran Sebastian Rode und Sow, im Mittelfeld ihre Zweikämpfe zu gewinnen; beim Pass von Milot Rashica auf den Torschützen Theodor Gebre Selassie erkannte wiederum Filip Kostic zu spät die Gefahr und konnte nicht mehr klären. Auch vor dem zweiten Gegentreffer sah der Linksaußen nicht gut aus, da er haarscharf das Abseits aufhob, was selbst anhand der TV-Bilder kaum zu erkennen war. Allerdings muss sich die Mannschaft auch die schlechte Raumaufteilung in dieser Situation ankreiden lassen. Unterm Strich war es ein gebrauchter Abend für die Eintracht. Sows Fazit: "Wenn wir ein paar Prozent weniger geben, reicht es in der Bundesliga nicht."

Julian Franzke

Bilder zur Partie Werder Bremen - Eintracht Frankfurt