2. Bundesliga

Bremen gegen Hamburg: Martin Harnik über das Nordderby

Ehemaliger Profi analysiert seine Ex-Vereine

Harnik über das Nordderby: "Wenn ich als Spieler den Anruf vom HSV bekomme ..."

Spielte für Bremen und Hamburg: Martin Harnik.

Spielte für Bremen und Hamburg: Martin Harnik. imago images

Die Zweitliga-Saison war erst einen Abend alt, als Martin Harnik schon das erste Mal staunte. "Okay", dachte der ehemalige Bremer und Hamburger, "die haben das System des neuen Trainers sofort verinnerlicht." Er meinte den HSV, den letzten Verein seiner Profi-Laufbahn, der beim Debüt von Tim Walter mit 3:1 auf Schalke gewann. "Danach hatten sie dann Probleme."

Harnik, heutiger Oberliga-Torjäger, hat sich vor dem ersten Nordderby seit 2018 die Zeit genommen, um in der kicker.tv-Sendung "Was geht, 2. Bundesliga?" über das anstehende Duell seiner beiden Ex-Vereine zu sprechen. Und er findet: "Es kann sowas von in beide Richtungen kippen. Für beide startet mit diesem Nordderby die Saison erst so richtig."

Da wäre zum einen Gastgeber Werder, der nach zahlreichen Verkäufen erst strauchelte und nur schwer in Tritt kam. "Sie haben die Transferzeit nochmal genutzt", findet Harnik und spielt auf Marvin Ducksch oder Mitchell Weiser an. Vorher habe es vor allem Markus Anfang schwer gehabt. "Wenn der Trainer nicht weiß, mit welchen Spielern er nächste Woche noch planen kann", dann könne es kaum laufen. Klar ist dann, "dass man das nicht aus den Köpfen bekommt und dass sich das auch in den Leistungen widerspiegelt".

Auch die Oberliga macht sehr viel Spaß, wenn man erfolgreich ist.

Martin Harnik

Harnik selbst würde die 2. Liga als "Abenteuer" und "Chance" sehen, "der Liga-Primus zu sein. Was ja auch wirklich Spaß bringen kann. Wenn du erfolgreich bist, macht das eigentlich in jeder Liga Spaß, da spreche ich aus Erfahrung. Auch die Oberliga macht sehr viel Spaß, wenn man erfolgreich ist."

Jetzt, wo sich an Anfangs Kader in Bremen zumindest bis zum Winter erstmal nichts mehr tun wird, "kann auch der Trainer Vollgas geben, seine Mannschaft finden. Und dann müssen sie um den Aufstieg spielen".

Harnik über HSV: "Was anderes kann es ja nicht sein"

Ähnlich denkt Harnik über den HSV, mit dem er 2020 die Rückkehr in die Bundesliga verpasst hatte. "Natürlich ist das jetzt keine Mannschaft mehr, die über Erstliga-Erfahrung verfügt oder von Stars gespickt ist. Trotzdem ist es halt immer noch der HSV."

Und in Hamburg ist die Erwartungshaltung klar: "Wenn ich als Spieler den Anruf bekomme und ein Angebot vom HSV auf dem Tisch liegen habe, dann weiß ich genau, worum es geht. Es geht darum, wieder in die erste Liga zu kommen."

Nach den jüngsten Jahren des Scheiterns glaubt Harnik, dass "ein bisschen Demut eingekehrt" ist, "die Ziele müssen aber immer noch klar definiert sein. Für die Stadt und für die Fankultur, wie sie der HSV hat, ist das meiner Meinung nach der Aufstieg. Das andere wäre der Klassenerhalt, aber das kann es ja nicht sein. Ich glaube, dass sich der HSV da jetzt gut aufgestellt hat." Auch ohne große Namen. "Der Star ist sicherlich das System, das der Trainer spielen lässt. Das ist schon Spektakel, bringt aber auch seine Schwächen mit sich."

mkr

Was geht, 2. Bundesliga? - 7. Spieltag

Harnik exklusiv übers Nordderby: "Kann in beide Richtungen kippen"

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