Bundesliga

Haraguchi: "Die Champions League ist mein großer Traum"

Unions Japaner endlich Hauptdarsteller in Berlin

Haraguchi: "Die Champions League ist mein großer Traum"

Vorfreude aufs Rückspiel: Unions Genki Haraguchi mit dem ECL-Wimpel.

Vorfreude aufs Rückspiel: Unions Genki Haraguchi mit dem ECL-Wimpel. imago images

Im Sommer kam Haraguchi ablösefrei von Zweitligist Hannover 96 zum 1. FC Union, um sich im zweiten Versuch in der Bundesliga zu etablieren. Anders als bei seiner ersten Station in Berlin, als er zwischen Juli 2014 und Januar 2018 bei Hertha BSC nur eine Nebenrolle bekleidete, ist der Mittelfeldspieler bisher bei Union ein Hauptdarsteller. "Er ist ungefähr so wie damals der Duracell-Hase. Der gibt immer alles, haut immer alles raus. Ich bin wirklich beeindruckt von ihm", sagte Manager Oliver Ruhnert zuletzt und betonte: "Genki ist einer der bisherigen Gewinner der Saison."

Der Vergleich mit dem Duracell-Hasen gefällt Haraguchi. "Das passt gut", sagt er. Gefallen hat ihm auch der Sieg im Hauptstadtderby gegen seinen Ex-Klub Hertha, auch wenn es sich "ein bisschen komisch angefühlt" habe, gegen seine ehemalige Mannschaft zu spielen. "Aber natürlich habe ich mich über den Sieg gefreut", sagt Haraguchi und ergänzt: "Ich bin Unioner. Ich bin sehr stolz, hier zu sein."

Ich möchte mehr den Unterschied im Spiel machen.

Genki Haraguchi

Anders als früher bei Hertha spielt Haraguchi bei Union nicht auf dem Flügel, sondern im Zentrum, meist als Achter. Die Position liegt dem laufstarken Mittelfeldspieler. Mit vier Vorlagen in zwölf Ligaspielen für Union hat er jetzt schon fast so viele Assists gesammelt wie in dreieinhalb Jahren für Hertha (sieben Vorlagen). Was noch fehlt, ist ein Treffer. "Ich muss ein Tor schießen. Ich möchte mehr den Unterschied im Spiel machen", sagt Haraguchi.

Haraguchi: "Ich habe kein Geheimnis"

Trotz der ausbaufähigen Durchschlagskraft, die ihn schon früher bei Hertha geplagt hat, ist der Japaner für Unions Spiel sehr wichtig. Haraguchi geht weite Wege, nicht nur auf dem Platz. Als japanischer Nationalspieler muss er immer wieder zu Länderspielen um die Welt fliegen. Die viele Reiserei "mag ich nicht, aber ich habe mich daran gewöhnt", sagt Haraguchi, der die Reisestrapazen bisher gut wegsteckt, sehr fit wirkt. "Ich habe kein Geheimnis. Ich bekomme von meiner Familie immer neue Energie", sagt er dazu.

Am Mittwoch steht die nächste Dienstreise an, diesmal geht es mit dem 1. FC Union nach Israel. Am Donnerstag (18.45 Uhr, LIVE! bei kicker) sind die Eisernen als Tabellenletzter (drei Punkte) der Gruppe im Auswärtsspiel der Europa Conference League beim Vorletzten Maccabi Haifa (vier Zähler) gefordert. "Unser Ziel ist es, in die nächste Runde zu kommen. Wir müssen noch zwei Spiele gewinnen", sagt Haraguchi.

Im Europapokal tut sich Union bislang noch schwer, erheblich besser läuft es dafür in der Bundesliga. Als Fünfter liegt die Mannschaft von Trainer Urs Fischer in Reichweite der Champions-League-Plätze. "Die Champions League ist natürlich mein großer Traum", sagt Haraguchi, "aber die Saison ist lang, wir müssen von Spiel zu Spiel schauen."

Jan Reinold

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