Bundesliga

Hannover: Kopf-an-Kopf-Rennen im Tor

Breitenreiter: "Wir haben einen engen Konkurrenzkampf"

Hannover: Kopf-an-Kopf-Rennen im Tor

Fanliebling oder Neuzugang? Philipp Tschauner (r.) und Michael Esser kämpfen um den Platz in Hannovers Tor.

Fanliebling oder Neuzugang? Philipp Tschauner (r.) und Michael Esser kämpfen um den Platz in Hannovers Tor. imago

Aus Hannovers Trainingslager in Velden berichtet Michael Richter

Erkenntnisse ja, Ergebnisse nein. Auch nach Ausgang des Trainingslagers in Velden am Wörthersee hält Breitenreiter seine Pläne für die Besetzung der Torwartposition unter Verschluss und beantwortet die Frage, ob das Kopf an-Kopf-Rennen zwischen den Pfosten andauere, knapp: "Richtig."

Platzhirsch Tschauner will seinen Posten verteidigen - als Aufstiegstorwart hat er in der Beliebtheit bei den Fans einen Bonus. Vergangene Saison spielte der 31-Jährige weitgehend solide, glänzte mit einigen "Big Saves", vor allem dank seines starken Verhaltens in Eins-gegen-eins-Situationen. Limitiert allerdings wirkten bisweilen Strafraumbeherrschung und fußballerische Qualitäten bei der Spieleröffnung oder -fortsetzung, was sich auch in den Tests in Österreich andeutete.

Herausforderer Esser kostete Hannover 2,6 Millionen Euro Ablöse, die an Darmstadt überwiesen werden mussten. Diese für den Klub verhältnismäßig hohe Summe werten viele als Zeichen, dass der Aufsteiger hier in eine potenzielle neue Nummer 1 investierte. Für den 29-Jährigen spricht die jüngste Bundesliga-Erfahrung aus seinem Jahr in Darmstadt, wo er in 28 Bundesligaspielen einen kicker-Notenschnitt von 2,77 erreichte. "Er hat gezeigt, dass er mit Druck umgehen kann", sagt 96-Manager Horst Heldt. Ruhe und trotzdem Reaktionsschnelligkeit, Souveränität und Ausstrahlung sind einige Markenzeichen des Neuen.

"Wir entscheiden zum ersten Pflichtspiel hin"

Ob es ausreicht, um sich durchzusetzen? Am Sonntag gegen Udine jedenfalls wird Esser, der auch am Donnerstag beim 4:2 gegen Doha im Tor stand, noch einmal vorspielen. Tschauner durfte in Kärnten zuvor schon gegen Wolfsberg (0:0) und Kayseri (2:4) ran. "Es bekommen beide gleich viele Einsatzzeiten. Wir entscheiden zum ersten Pflichtspiel hin", so Breitenreiter.

Klar ist lediglich: Torwart Nummer 3, Sahin-Radlinger, bleibt außen vor - wenn nicht einer der beiden anderen noch ausfällt. Der Trainer: "Es ist klar abgesprochen. Wir haben einen engen Konkurrenzkampf. Da brauchen wir jedes Spiel, um eine Entscheidung zu treffen. Samuel wird, um auch Spielpraxis zu haben, gegen Egestorf 90 Minuten spielen." Der Einsatz gegen den benachbarten Regionalligisten am Mittwoch könnte für Sahin-Radlinger eine Möglichkeit sein, sich noch anderen Klubs für einen Wechsel zu präsentieren. Ein Transfer nach Kaiserslautern scheiterte unlängst.

Suche nach der ersten Elf läuft

Nachdem 96 in Österreich zunächst noch mit "Mischmannschaften" (Breitenreiter) spielte, wird es nun zunehmend auch um die Herausarbeitung der ersten Elf gehen - inklusive Torwartposition, wo der Coach schon den Blick auf das kommende Wochenende richtet: "Dann fahren wir nach Burnley und gucken einmal, ob beide eine Halbzeit bekommen oder ob dann schon einer komplett spielt", kündigt Breitenreiter vor dem Kräftemessen beim englischen Premier-League-Starter an.

Egal, wie der Kampf im Tor ausgeht: Spätzünder sind beide Kandidaten in Bezug auf die Bundesliga. Während Esser vorige Saison mit 28 Jahren im Oberhaus debütierte, kam Tschauner zwar immerhin schon 2005/06 als 19-Jähriger zu einem einzigen (Teil-)Einsatz per Einwechslung für Nürnberg gegen Arminia Bielefeld - dabei blieb es aber bis heute.

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