2. Bundesliga

Hannover verzweifelt an Broll - Regensburg patzt beim Jubiläum

20. Spieltag: HSV siegt im Derby - Darmstadt Erster - Bremen und Schalke auf Kurs

Hannover verzweifelt an Broll - Regensburg patzt beim Jubiläum

Dresdens Keeper Broll rettet gegen Hannovers Beier.

Dresdens Keeper Broll rettet gegen Hannovers Beier. imago images/Joachim Sielski

Am Sonntagnachmittag wollte Hannover 96 nach dem beeindruckenden 3:0-Pokalsieg gegen Mönchengladbach in der Liga gegen Dynamo Dresden direkt nachlegen. Doch daraus wurde nichts. Zwar übernahmen die Niedersachsen nach zähem Beginn das Kommando über die Partie und hatten gegen den Tabellennachbarn sowohl mehr als auch die deutlich besseren Chancen. Doch Dresdens Keeper Broll war einfach nicht zu überwinden, der 26-Jährige verhinderte mit etlichen glänzenden Paraden einen Rückstand seines Teams. Durch das torlose Remis bleiben beide Teams gemeinsam im hinteren Mittelfeld hängen.

Regensburg vergibt Elfmeter und verliert beim Jubiläum

Für Jahn Regensburg stand das 300. Spiel in der 2. Liga an, doch Holstein Kiel war nicht gekommen, um nur zu gratulieren. Zwar gelang dem Jahn die frühe Führung durch Kennedy (12.), doch die Störche antworteten durch Korb (35.). Turbulent wurde es vor der Pause, Besuschkow scheiterte vom Punkt an KSV-Keeper Dähne. Besser machte es auf Kieler Seite Mühling nach dem Seitenwechsel, er traf in der 59. Minute zum Sieg.

Starke Ansage von Schalke in Aue

Am Samstagabend näherte sich der FC Schalke den Aufstiegsrängen an - und zwar dank eines überzeugenden 5:0-Sieges im "Kumpel"- Duell bei Erzgebirge Aue. Nach ausgeglichener Anfangsphase schlug das Pendel Mitte der ersten Hälfte in Richtung der Knappen aus, bei denen Winter-Neuzugang Vindheim ein exzellentes Debüt feierte. Der Norweger punktete mit einem Tor und zwei Vorlagen. Neben Vindheim trafen auch Terodde, der eingewechselte Doppelpacker Latza und Pieringer. Während S04 mit diesem überzeugenden Auftritt an der dicht gestaffelten Zweitliga-Spitze auf Platz vier kletterte, wurde die Lage im Keller für den Vorletzten Aue noch eine Spur ernster.

Traumtorfestival im Topspiel

Das Topspiel zwischen Paderborn und Bremen am Nachmittag hatte unzählige Höhepunkte zu bieten. Toprak traf bei einem Freistoß Michel im Gesicht, den folgenden Elfmeter parierte Pavlenka gegen den Gefoulten. Da aber Friedl zu früh in den Strafraum gelaufen war, wurde wiederholt - Muslija verwandelte sicher (15.). Nach Plattes Pfostentreffer (23.) traf Ducksch zum Ausgleich (35.), doch nur drei Minuten später schlenzte Muslija das Leder sehenswert ins lange Eck zur 2:1-Pausenführung für den SCP. Noch schöner machte es aber Platte in der 57. Minute, sein Lupfer aus gut 40 Metern überraschte Pavlenka.

Doch nur kurz darauf folgte die doppelte Werder-Antwort: Erst jagte Schmid das Leder in den Winkel (59.), dann traf Füllkrug zum 3:3 (66.). Nur zwei Minuten später wurde erst Plattes nächstes Traumtor kassiert (ein Foul an Toprak ging voraus), in der 72. Minute dann Duckschs perfekter Schlenzer in den Torwinkel (Abseits von Füllkrug ging voraus). Das letzte Wort hatte Werders Kapitän: Toprak drückte das Leder nach einer Ecke zum 4:3 über die Linie (86.), nach fünf Minuten Nachspielzeit hatte der Wahnsinn in Paderborn ein Ende.

Jendrusch unglücklich: Darmstadt setzt sich an die Spitze

Eigentlich startete Ingolstadt engagiert ins Duell mit Darmstadt, lag aber nach einer Viertelstunde zurück. Eine Ausnahmeaktion von Skarke führte dazu, sein Volleyschuss erhielt das Prädikat "unhaltbar". Die Lilien waren danach tonangebend und hatten mehrere Topchancen, die Führung auszubauen - unter anderem traf Kempe die Latte (36.). In der zweiten Hälfte ersetzte Jendrusch im FCI-Tor Stojanovic. Der neue Keeper ließ in der 62. Minute einen Schuss von Tietz nach vorne abprallen, doch Mehlem ließ das 2:0 im Nachschuss liegen. Nicht so Joker Seydel, der bei einer ähnlichen Szene nachsetzte, aber diesmal das Leder im Tor versenkte. Der SVD ist damit neuer Tabellenführer im deutschen Unterhaus.

Verhoek gegen Heidenheim ohne Zielwasser

Rostock hatte in einem umkämpften ersten Durchgang gegen Heidenheim insgesamt etwas mehr Struktur in seinen Aktionen und zwei richtig gute Gelegenheiten. Malones Kopfball touchierte den Außenpfosten (19.), auch Roßbachs Kopfball verfehlte das Ziel nur knapp (23.). In der zweiten Hälfte geizten beide Teams mit Torszenen, ehe Verhoek aus bester Position verzog (63.). Der Angreifer hatte auch in der 69. Minute und vor allem in der 90. Minute hochkarätige Chancen, brachte das Leder aber einfach nicht im Tor unter. So blieb es bei der für Heidenheim schmeichelhaften Nullnummer.

Jatta beschert HSV die Stadtmeisterschaft

So sehen Sieger aus: Kittel & Co. jubeln nach Jattas 2:1.

So sehen Sieger aus: Kittel & Co. jubeln nach Jattas 2:1. Getty Images

Sowohl Gastgeber HSV (Elfmeterschießen gegen Köln) als auch St. Pauli (Überraschungssieg gegen Dortmund) hatten im DFB-Pokal überrascht und waren jeweils ins Viertelfinale eingezogen. Im Stadtderby am Freitag waren zunächst die Rothosen tonangebend, Alidou (3.), Heyer (6., an den Pfosten) und Jatta (19.) verzeichneten Riesenchancen. Doch der Treffer fiel auf der anderen Seite: Amenyido köpfte nach einer Freistoßflanke quer auf Burgstaller, der das Leder aus kurzer Distanz per Kopf über die Linie drückte.

Kurz vor der Pause war St. Pauli-Keeper Vasilj bei einem Vuskovic-Kopfball zur Stelle, auch Glatzel verfehlte aus bester Position. Nach weiteren guten Chancen kam der HSV in der 58. Minute zum hochverdienten Ausgleich durch Schonlaus Kopfball. Doch damit nicht genug: Nach Kittels Steilpass jagte Jatta das Leder zum 2:1 in die Maschen (70.) - Spiel gedreht. Da Burgstaller mit einem Schlenzer (81.) und Dittgen in der Nachspielzeit an Heuer Fernandes scheiterten, blieb es beim 2:1 für den HSV, der nur noch drei Punkte hinter St. Pauli zurückliegt.

Düsseldorf verliert wieder zu Null - Dovedan läuft goldrichtig

Düsseldorf gegen Nürnberg, das war auch das Duell zweier Rückkehrer. Fortunas Hoffmann stand nach seiner Halswirbelsäulenverletzung erstmals seit November wieder auf dem Platz, Nürnbergs Köpke feierte sein Startelfdebüt nach vier Einwechslungen. Der Club legte einen klassischen Frühstart hin: Dovedan lief in den Schuss von Tempelmann und fälschte ihn unhaltbar für Keeper Kastenmeier ab (2.), Mathenia bewahrte den FCN in der 13. Minute mit einer Parade gegen Narey vor dem Ausgleich.

In der 35. Minute verfehlte Bozenik nach einem Konter knapp das Tor - es blieb zur Pause beim 1:0 für den FCN. In der zweiten Hälfte wog das Übergewicht hin und her, Schindler kam per Kopf Zählbarem sehr nahe (54, Kastenmeier parierte). In der 79. Minute rettete Kraus kurz vor der Linie nach einem Schuss von Appelkamp, eine von ganz wenigen Torszenen im zweiten Abschnitt. Nürnberg nahm die Punkte mit und bleibt mit dabei im Aufstiegsrennen, Düsseldorf fuhr die dritte Ligapleite in Folge ohne eigenen Torerfolg ein.

Der 20. Spieltag im deutschen Unterhaus im Überblick

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