Bundesliga

Bob Hanning über Steffel: "Eine Riesenchance für Hertha BSC"

Füchse-Geschäftsführer wurde wegen des Umgangs mit Gegenbauer "mehrfach schlecht"

Hanning im Interview über Steffel: "Eine Riesenchance für Hertha"

Sie arbeiteten jahrelang erfolgreich Seite an Seite: Füchse-Präsident Frank Steffel (li.) und Geschäftsführer Bob Hanning.

Sie arbeiteten jahrelang erfolgreich Seite an Seite: Füchse-Präsident Frank Steffel (li.) und Geschäftsführer Bob Hanning. picture alliance

Als die Sprache auf Füchse-Präsident Frank Steffel (seit 2005) kommt, sprudelt es aus Bob Hanning im Gespräch mit dem kicker nur so heraus. Dem Geschäftsführer der Füchse ist die Bewunderung für seinen langjährigen "Boss" anzumerken. So sehr ein Verlust die Handballer schmerzen würde, Hanning sieht darin auch eine Riesenchance für seinen "Herzensverein".

Mit Frank Steffel könnte eines der Gesichter die Füchse Berlin bald verlassen. Wie war Ihre erste Reaktion, als Sie erfahren haben, dass Herthas Aufsichtsrat Steffel als Wunschkandidaten auserkoren hat, Herr Hanning?

Bei Hertha hat man ja immer den Eindruck: Warum in der Sache streiten, wenn es auch persönlich geht. Von daher war ich sehr überrascht, dass es Menschen gab, die auf die Idee gekommen sind, Frank Steffel anzusprechen. Diesen Leuten kann man aber nur gratulieren, das zu tun. Frank Steffel ist Unternehmer durch und durch. Er führt die Füchse seit 17 Jahren mit ruhiger Hand und entwickelt einen Gesamtverein bei den Füchsen. Er lässt die Entscheidungsträger im Profisport in Ruhe ihre Arbeit machen und hilft da, wo er helfen kann.

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Wie haben Sie eigentlich von der Kandidatur erfahren?

Frank hat mich am vergangenen Wochenende über die Anfrage verschiedener Personen und Gremien, darunter der Aufsichtsrat, informiert. Ich bin schließlich ja auch noch mit Ingo Schiller (Finanz-Geschäftsführer bei Hertha, d. Red.) sehr gut befreundet. Da ich jüngst in den USA geweilt habe, wollte er mich nicht in eine Situation bringen, wo man über die Freundschaften, die man hat, in Zwiespalt kommt. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wenn ich den Umgang mit Gegenbauer sehe, muss ich sagen, ist mir mehrfach schlecht geworden.

Bob Hanning

Was kann Steffel bei Hertha einbringen?

Frank ist jemand, der vereinen kann. Wenn man mal eine Idee von Hertha hat, dass sich da mal was entwickelt - und da ich ja nun Hertha-Fan seit klein auf bin -, ist das für den Verein eine Riesenchance. Er kann sowohl Fans vereinen als auch mit Investoren umgehen. Wenn ich den Umgang mit Werner Gegenbauer (langjähriger, am 24. Mai zurückgetretener Hertha-Präsident, d. Red.) sehe und den Umgang einzelner Leute danach mit Gegenbauer, muss ich sagen, ist mir mehrfach schlecht geworden. Da war genau die Sache: Warum in der Sache streiten, wenn es auch persönlich geht. Von daher glaube ich, dass Frank jemand ist, der wirklich vereinen kann. Man kann Hertha nur dazu gratulieren.

Und was würde das eigentlich für die Füchse bedeuten?

Für uns wäre es ein Verlust, keine Frage. Da Frank aber nicht im operativen Geschäft beteiligt ist, würden wir das schon lösen können. Wir müssten uns aber natürlich um eine gute Lösung - sowohl im e.V. als auch für die GmbH - kümmern.

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