Bundesliga

Handspiel? BVB-Sportdirektor Michael Zorc: "Vielleicht bin ich zu alt"

Unterschiedliche Meinungen zum Gladbacher Ausgleich

Handspiel? Zorc: "Vielleicht bin ich zu alt"

Handspiel oder nicht? Diskussionen nach dem Gladbacher Ausgleich durch Christoph Kramer (3.v.l.).

Handspiel oder nicht? Diskussionen nach dem Gladbacher Ausgleich durch Christoph Kramer (3.v.l.). imago

"Wir haben das Spiel über weite Strecken bestimmt und verdient gewonnen", analysierte Michael Zorc nach Spielende gegenüber "Sky". Der BVB-Sportdirektor hatte "eine fast perfekte Leistung" des Tabellenführers gesehen. Für Dortmund war es im neunten Heimspiel der Saison der achte Sieg, mit dem der Herbstmeister Verfolger Gladbach auf neun Punkte distanzierte. "Großes Lob an die Mannschaft und das Trainerteam, die hervorragende Arbeit geleistet haben", sagte ein zufriedener Zorc.

Wenig Verständnis hatte der Sportdirektor, dass kurz vor der Pause der Gladbacher Ausgleich durch Christoph Kramer anerkannt worden war. Der Weltmeister, der nach auskurierter Sprunggelenkverletzung direkt wieder in der Startelf gestanden hatte, hatte sich den Ball nach einer Flanke von Denis Zakaria im BVB-Strafraum an die eigene Hand geköpft und anschließend aus kurzer Distanz zum 1:1 getroffen (45.+1). Schiedsrichter Felix Zwayer erkannte den Ausgleich trotz Dortmunder Proteste an - eine regelkonforme Entscheidung, die Zorc dennoch rätseln ließ.

Wenn ein Spieler aus eineinhalb Metern mit 120 km/h angeschossen wird, ist es Elfmeter. Aber wenn man sich selbst anköpft, nicht.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc

Spielbericht

"Ich werde diese Regelauslegung nicht mehr verstehen - vielleicht bin ich zu alt", meinte Zorc. "Wenn ein Spieler aus eineinhalb Metern mit 120 km/h angeschossen wird, ist es Elfmeter. Aber wenn man sich selbst anköpft, nicht - ich verstehe das nicht mehr." Auch wenn der Sportdirektor zugab, dass die Entscheidung wohl regelkonform gewesen sei, sei es aus seiner Sicht ein Handspiel gewesen. "Die Problematik haben wir ja schon lange", so Zorc in Bezug auf Diskussionen um die Handspiel-Regel. "Die Schiedsrichter wissen, glaube ich, selbst nicht, wie sie damit umgehen sollen."

Kramer selbst hatte nach eigener Angabe "nicht großartig gezittert", ob der Treffer zählen würde. "Ich habe den Ball irgendwie an die Hand bekommen, aber das kannst du eigentlich nicht abpfeifen", so der Mittelfeldmann. "Mehr Unglück oder Pech, dass der Ball an die Hand springt, geht eigentlich nicht." Weil Marco Reus nach der Pause in seinem 250. Bundesligaspiel zum 2:1 traf (54.) und es bis zum Schluss dabei blieb, war die Entscheidung vor dem 1:1 letztlich nicht mehr von großer Bedeutung. "Das war eine schwierige Kiste", gestand Zorc. "Aber es interessiert mich jetzt nicht mehr wirklich."

jly

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