Bundesliga

Hand-Ärger um Stindl: "Nicht astrein, kein Regelverstoß"

Das Gladbacher Führungstor erhitzt die Gemüter

Hand-Ärger um Stindl: "Nicht astrein, kein Regelverstoß"

Heiß diskutierte Szene: Lars Stindl und der kritische Arm-Ballkontakt.

Heiß diskutierte Szene: Lars Stindl und der kritische Arm-Ballkontakt. imago

Was war passiert? Eine Wendt-Ecke segelte hoch vor das Tor und wurde von Marvin Matip per Kopf leicht abgefälscht. Am zweiten Pfosten lief Stindl ein, ihm prallte der Ball zunächst an die Brust, dann an den Unterarm - und von dort ins Tor. Die entscheidende Szene der Partie, auch wenn Hahn in der Nachspielzeit noch ein zweites Tor zum Gladbacher 2:0-Auswärtssieg nachlegte. Und so wurde die Szene im Anschluss auch emotional diskutiert.

Dabei war die Meinung im Ingolstädter Lager eindeutig. "Ganz klar Handspiel" sagten Matip, Alfredo Morales und Sportdirektor Thomas Linke unisono. "Was hat die Hand da oben zu suchen?", stellte Linke am "Sky"-Mikrofon zudem in den Raum und verglich Stindls Ballkontakt mit dem Unterarm mit dem Handtor Leon Andreasens für Hannover 96 gegen Köln im Oktober 2015 . "Ich sehe keinen Unterschied zu der Situation. Das ist ein ganz klares Handspiel, die Hand geht aktiv zum Ball. Egal ob die Augen zu sind oder nicht. Tut mir leid, nur eine Entscheidung möglich: Handspiel."

Bundesliga - 22. Spieltag
Spielersteckbrief Stindl
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Außer Acht ließ Linke dabei, dass Stindl nach dem Abfälschen durch Matip kaum Zeit für eine Reaktion blieb. Und so wehrte sich Gladbachs Manager Max Eberl stellvertretend gegen den Vergleich: "Mit Absicht hat das gar nichts zu tun." Allerdings gestand auch Eberl ein, dass es auch eine andere Entscheidung hätte geben können: "Ich hätte nicht meckern können, wenn Herr Dingert abgepfiffen hätte."

An meinem Jubel sieht man auch ganz gut, dass ich nicht genau weiß, was der Schiedsrichter pfeift.

Lars Stindl

Stindl selbst stellte sich direkt nach dem Spiel den Nachfragen. "Ich versuche, auf den zweiten Pfosten durchzulaufen, sehe, der Ball kommt ganz gut", beschrieb er die Szene. "Ich krieg den Ball an die Brust, danach geht er reflexartig an die Hand." Den Vorwurf der Absicht wies der Borussia-Kapitän von sich: "Ich glaube auch, dass es nicht ganz astrein war, aber jetzt auch kein Regelverstoß." Die eigene Unsicherheit gestand er allerdings offen ein: "An meinem Jubel sieht man auch ganz gut, dass ich nicht genau weiß, was der Schiedsrichter pfeift." Doch er stellte auch klar: "Ich bin natürlich glücklich in dem Moment, dass das Tor gegeben wird."

Referee Christian Dingert stand dann auch im Mittelpunkt der FCI-Kritik. "Der Schiedsrichter interpretiert die Geschichte ganz anders als 15.000 im Stadion. Er sagt, dass es keine bewusste Bewegung war", meinte Matip, der vom Unterarm-Torschützen keine "Selbstanzeige" erwartete: "Es ist auch nicht die Aufgabe von Lars Stindl, hinzugehen und zu sagen, das ist ein klares Handspiel." Vielmehr hätte der Unparteiische den Schützen befragen sollen. "Ich erwarte von einem Schiedsrichter, dass er da hingeht und den Spieler fragt", forderte Linke.

Wenn wir den Fußball noch mit weichen und harten Regeln bestücken, dann viel Spaß.

Maik Walpurgis

In dem Fall wäre Gladbachs Coach Dieter Hecking von einem Eingeständnis ausgegangen: "Ich hätte erwartet, wenn der Schiedsrichter zum Lars gegangen wäre, dass er sagt, es war Hand." Und das mit Unterstützung des Trainers: "Ich glaube, das muss man auch mal machen." Weder Schütze noch Schiedsrichter seien in so einem Fall das Problem, meinte der Trainer: "Die Regel ist die Schwierigkeit", erklärte er. "Die Regel ist ein bisschen weich und gibt uns das Recht zu sagen, es ist regelkonform." Eine Einordnung, die zutreffend ist, kann Stindl doch aufgrund der kurzen Distanz und der fließenden Bewegung des rechten Arms keine Absicht unterstellt werden . Eine Formulierung, die sein Pendant Maik Walpurgis aber nicht unkommentiert ließ: "Wenn wir den Fußball noch mit weichen und harten Regeln bestücken, dann viel Spaß."

bru