Bundesliga

FC Bayern | Hainer: "Die Mannschaft ist nicht untrainierbar"

Bayerns Präsident über die Tuchel-Trennung

Hainer: "Die Mannschaft ist nicht untrainierbar"

Seit 2019 Nachfolger von Uli Hoeneß: Bayern-Präsident Herbert Hainer (li.).

Seit 2019 Nachfolger von Uli Hoeneß: Bayern-Präsident Herbert Hainer (li.). IMAGO/Langer

Seit etwas mehr als vier Jahren ist Herbert Hainer inzwischen Präsident des FC Bayern und hat im November 2019 um nicht mal zwei Wochen die Trennung von Niko Kovac verpasst, ansonsten hätte der ehemalige Adidas-CEO inzwischen auch schon vier verschiedene Trainer in München erlebt.

Hansi Flick jedenfalls ist längst weg, Julian Nagelsmann ebenso, und im Sommer wird Thomas Tuchel - auch wenn er bis dahin noch die Meisterschaft und die Champions League gewinnen sollte - folgen. "Das spricht nicht unbedingt für uns", weiß Hainer. "Das ist auch nicht unser Wunsch, sondern wir wollen langfristig wieder mit einem Trainer zusammenarbeiten. Das werden wir uns jetzt sehr genau überlegen und analysieren und dann hoffentlich den richtigen Punkt finden."

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Am Samstagabend, nach dem Last-Minute-Sieg gegen Leipzig, sprach der Präsident ausführlich über die vergangenen Tage und über die kommenden Tage. "Wenn der FC Bayern dreimal hintereinander verliert, dann müssen wir uns alle hinterfragen", sagte der 69-Jährige zum Beispiel. "Die Mannschaft, der Trainer, wir in der Führung. Das tun wir auch, das ist überhaupt keine Frage. Das ist nicht unser Anspruch." Aber, da ist sich Hainer sicher: "Wir werden die richtigen Analysen und Schlüsse daraus ziehen und auch das Richtige tun."

Das Richtige glaubten die Bayern-Bosse auch vor nicht mal einem Jahr getan zu haben, als sie Nagelsmann entlassen und Tuchel wenig später vorgestellt hatten. Doch auch der ehemalige Champions-League-Sieger mit dem FC Chelsea konnte die Bayern nicht nachhaltig in die Spur bringen. "Thomas hat ja selbst gesagt, dass er nicht zufrieden ist mit der Entwicklung", so Hainer. "Am Ende des Tages setzen wir uns dann zusammen, auch in dem Fall mit Thomas, und fragen: Was ist passiert? Warum geht es nicht weiter? Und was ist das Beste für den FC Bayern in der Zukunft? Und dann haben wir eben die Entscheidung getroffen."

Tuchel selbst hatte vor dem Spiel betont, "nicht das einzige Problem" beim FC Bayern zu sein, seine Spieler dabei aber zumindest öffentlich nicht kritisiert. "Die Mannschaft ist nicht untrainierbar", glaubt Hainer. "Wir haben 2020 sechs Titel gewonnen. Sie können nicht erwarten, dass wir jedes Jahr die deutsche Meisterschaft und die Champions League gewinnen. Da gibt es viele gute europäische Mannschaften, die uns das streitig machen. Aber deswegen haben wir auch reagiert, weil wir eben nicht zufrieden sind. Und natürlich müssen wir uns am Ende der Saison auch hinsetzen und analysieren, was los ist und warum wir nicht so gut spielen."

Einen Umbruch in der Mannschaft schloss der Präsident zwar nicht aus, will - das betonte später auch Sportdirektor Christoph Freund - aber erstmal das Saisonende abwarten. "Dann ist eine vernünftige Analyse am besten und am notwendigsten. Und dann werden wir alle Dinge auf den Tisch legen und entscheiden, wie wir weitermachen."

Mario Krischel

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