Bundesliga

Augsburgs André Hahn: "Ich konnte und durfte mich nicht fit halten"

Der Augsburger über seine Corona-Erkrankung

Hahn: "Ich konnte und durfte mich nicht fit halten"

Nächster Schritt Startelf: André Hahn.

Nächster Schritt Startelf: André Hahn. Getty Images

Als Joker war Hahn am Samstag an der Entstehung des entscheidenden Treffers beim 1:0 in Köln beteiligt, beim 1:0 im Test gegen Regensburg am Montag erzielte er das Siegtor selbst - und hielt entgegen der Planung sogar 90 Minuten durch. "Es fühlt sich großartig an, wieder dabei zu sein", sagt der 30-Jährige. "Körperlich geht es mir richtig gut, konditionell fehlt natürlich noch ein bisschen was."

Anfang Dezember infizierte sich Hahn mit dem Coronavirus. Wie genau, darüber rätselt er bis heute. "Diese Frage hat mich am meisten beschäftigt, leider kann ich sie nicht beantworten. Wir haben mit dem Gesundheitsamt alles zurückverfolgt. Ich war nur bei meiner Familie und im Training, dort waren alle anderen negativ", schildert Hahn. Seine Frau steckte sich nach ein paar Tagen bei ihm an, seine zwei Kinder nicht. Natürlich sei er anfangs verunsichert gewesen, aber immer zuversichtlich geblieben.

Ich konnte und durfte mich nicht fit halten, weil man nicht weiß, wie das Virus auf Herz und Lunge schlägt.

André Hahn

Die Quarantäne verbrachte Familie Hahn in ihrem Haus in der Nähe von Mindelheim im Allgäu. "Ich hatte zum Glück einen milden Verlauf und fast keine Symptome, nur Geschmacks- und Geruchsverlust", berichtet Hahn. Das sei zwar "ein komisches Gefühl, alles schmeckt irgendwie nach Wasser", habe aber auch "den Vorteil, dass man in der Quarantäne-Zeit keinen Heißhunger hat und nicht zunimmt", scherzt er.

Denn hat Hahn zunächst gar nicht trainiert. "Ich konnte und durfte mich nicht fit halten, weil man nicht weiß, wie das Virus auf Herz und Lunge schlägt." Der FCA lieferte ihm zwar ein Fahrradergometer an die Haustür, doch Hahn radelte zunächst nur ganz locker, am Ende fuhr er zumindest ein paar Intervalle. Erst nach zwei negativen Tests und einer sportärztlichen Untersuchung konnte er die Belastung kurz vor Weihnachten wieder steigern.

Das Ende der Quarantäne freute den FCA und Hahn, nicht aber dessen Sohn Julien. "Mein Großer wird bald fünf, er hat genossen, dass der Papa 24 Stunden am Tag daheim war. Als ich gesagt habe, dass ich wieder trainieren muss, hatte er Tränen in den Augen", erzählt Hahn. Die unverhoffte Zeit mit der Familie und das Spielen mit den Kindern habe auch er genossen.

Hahn: Für 90 Minuten reicht es noch nicht

Inzwischen ist der Ex-Nationalspieler (ein Länderspiel) wieder voll im Trainingsalltag. Und sogar schon ein Kandidat für die Startelf am Sonntag gegen Stuttgart? "Ich muss ehrlich zu mir sein, für 90 Minuten in der Bundesliga wird es nicht reichen." Aber "50 bis 60 Minuten sollten kein Problem sein", ob nun von Beginn an oder als Joker: "Ich habe Energie ohne Ende und bin heiß."

Das Ziel: "Schnellstmöglich zurück in die Startelf"

Mit drei Saisontreffern ist Hahn einer der besten Torschützen beim FCA, bei seinen zehn Einsätzen stand er siebenmal in der Startelf. "Ich bin sehr gut gestartet, war gut drauf und habe mich in der Mannschaft festgespielt", sagt Hahn. "Mein Ziel ist, schnellstmöglich zurück in die Startelf zu kommen." Er wolle dem FCA helfen, eine sorgenfreie Saison zu spielen: "Das ist unser großes Ziel. Wie weit es nach oben geht, werden wir sehen." Ein Dreier gegen den VfB wäre auf diesem Weg der nächste Schritt, den Hahn gehen will: "Stuttgart hat für viel Furore gesorgt, aber im Moment stehen wir einen Punkt vor ihnen. Diesen Vorsprung wollen wir ausbauen."

David Bernreuther

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