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Guirassys Kopfball-Torpedo raubt PSG den Nerv - Herber Rückschlag im Titelrennen

Ligue 1, 36. Spieltag: Kimpembe sieht Rot

Guirassys Kopfball-Torpedo raubt PSG den Nerv - Herber Rückschlag im Titelrennen

Nur ein Punkt in Rennes: Neymar patzte mit PSG im Titelrennen.

Nur ein Punkt in Rennes: Neymar patzte mit PSG im Titelrennen. picture-alliance

Paris-Trainer Mauricio Pochettino musste nach dem Champions-League-Aus gegen Manchester City weiterhin auf den angeschlagenen Mbappé verzichten, im Sturm bekam Kean das Vertrauen geschenkt, die Dreierreihe dahinter bildeten Draxler, Neymar und di Maria.

Die Ausgangslage war PSG klar, mit vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Lille, das schon am Freitag in Lens vorgelegt hatte, mussten die Hauptstädter auf Sieg spielen. Nach einem Schreckschuss von Rennes-Stürmer Guirassy hatten die Gäste von der Seine die ersten gefährlichen Aktionen. Überraschenderweise verzeichnete Mittelfeldspieler Ander Herrera zwei vielversprechende Abschlüsse, einen davon lenkte Rennes-Keeper Gomis gekonnt um den Pfosten.

Mit zunehmender Spieldauer wurden die Hausherren mutiger und brachten die PSG-Defensive immer mal wieder ins Wanken. Nach einer halben Stunde brannte es nach einem feinem Doku-Solo im Strafraum der Pariser lichterloh - und von Guirassys Bauch prallte der Ball ins Tor - allerdings stand der Stürmer hauchdünn im Abseits. Auch Paris musste ein nicht gegebenes Tor verschmerzen, als Kean per Kopf einnickte, Flankengeber Dagba den Ball erst knapp hinter der Torlinie erwischt hatte.

Nach Kurzawas vergebener Chance: Elfmeter für PSG

Kurz vor der Halbzeitpause hämmerte Kurzawa eine Flanke von di Maria weit drüber - so weit, so undramatisch. Doch der Linksverteidiger von PSG blieb am Boden mit Schmerz verzerrtem Gesicht liegen und musste behandelt werden, nachdem er von Aguerd an Schussbein getroffen worden war. Bei dieser Gelegenheit beschwerte sich Neymar beim Schiedsrichter, und nach weiteren Minuten wurde der Vorfall vom Schiedsrichter in der Review Area geprüft. Ergebnis: Elfmeter für PSG und Gelb für den Abwehrspieler von Rennes. Den Strafstoß in der sechsten Minute der Nachspielzeit von Hälfte eins verwandelte Neymar etwas glücklich zur Führung - Keeper Gomis hatte auf die richtige Ecke spekuliert, die Finger dran, doch abwehren konnte er den Rechtsschuss des Brasilianers nicht.

Mit Wiederbeginn entfachte Rennes viel Druck, Doku hatte über die rechte Bahn einige Aktionen, Tait prüfte PSG-Keeper Navas mit einem fiesen Schlenzer. Auf der Gegenseite hatte Draxler eine Jonglier-Einlage, nach der er die Kugel neben das Tor von Stade Rennes setzte. In dieser Phase hatten sich die Hausherren mehr verdient - und sie wurden belohnt: Nach einer Ecke stieg der Ex-Kölner Guirassy am höchsten und wuchtete den Ball über den linken Innenpfosten in die Maschen zum Ausgleich.

Kimpembe räumt Doku ab - Rot

PSG war nun gefordert, denn nur ein Punkt könnte das Ende der erhofften Titelverteidigung bedeuten. Nur langsam konnten die Pariser wieder den Schalter auf Offensive umlegen. Erst in den letzten zehn Minuten versuchte die Pochettino-Elf wieder echten Druck aufzubauen, beeindrucken konnte sie Rennes damit nicht. Vielmehr waren die Hausherren näher dran am zweiten Treffer, als Guirassy und Tait gefährlich auf das rechte Eck schlenzten, aber am gut aufgelegten Navas scheiterten. Zu diesem Zeitpunkt war PSG schon in Unterzahl, denn Verteidiger Kimpembe räumte Doku an der Außenlinie resolut ab und hatte glatt Rot gesehen.

In der Nachspielzeit behielten beide Mannschaften das Visier offen, bisweilen wurden die Angriffe nun wild vorgetragen, aber einen Lucky Punch blieb sowohl Rennes als auch PSG verwehrt.

Unter dem Strich ein etwas glücklicher Punkt für den amtierenden Meister, der zwei Spiele vor Rundenende drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Lille aufweist.