Bundesliga

Josuha Guilavogui beim VfL Wolfsburg: Platz da?

Wolfsburgs Kapitän und seine Einschätzung zur eigenen Situation

Guilavogui: Platz da?

Hat in der Abwehr und im Mittelfeld jeweils drei Konkurrenten vor sich: VfL-Kapitän Josuha Guilavogui (l.).

Hat in der Abwehr und im Mittelfeld jeweils drei Konkurrenten vor sich: VfL-Kapitän Josuha Guilavogui (l.). Getty Images

Um in der Startelf einen Platz für Josuha Guilavogui zu finden, musste sich Oliver Glasner in dieser Saison immer etwas einfallen lassen. Entweder sein Kapitän spielte wie zu Saisonbeginn in der Innenverteidigung oder der Trainer veränderte die VfL-Formation vom 4-2-3-1 zu einem 4-3-3, in dem Guilavogui in seiner Wunschrolle als Sechser agieren konnte.

Nach seiner Oberschenkelverletzung, zugezogen am 5. Spieltag beim 2:1 gegen Arminia Bielefeld, ist der Franzose seinen Stammplatz jedoch los. In den Spitzenpartien zuletzt gegen München (1:2), Dortmund (0:2) und Union Berlin (2:2) blieb ihm zu Spielbeginn nur ein Platz auf der Bank, einzig gegen Stuttgart (1:0), als die Doppelsechs Maximilian Arnold und Xaver Schlager coronabedingt ausfiel, durfte der Anführer seine Mannschaft aufs Feld dirigieren.

Spielersteckbrief Guilavogui
Guilavogui

Guilavogui Josuha

VfL Wolfsburg - Vereinsdaten
VfL Wolfsburg

Gründungsdatum

12.09.1945

Vereinsfarben

Grün-Weiß

Die Situation schlägt aufs Gemüt. "Man kann nicht zufrieden sein, wenn man auf der Bank ist", sagt Guilavogui. "Das hat mir sehr wehgetan."

Zweimal nur Vierter

Die seelischen Schmerzen dürften in Zukunft freilich kaum weniger werden. Guilavogui weiß: "Ich bin im Mittelfeld an vierter Stelle und in der Abwehr an vierter Stelle." Im Zentrum hat er das Trio Arnold, Schlager und Yannick Gerhardt vor sich, in der Verteidigung sind es John Anthony Brooks, Maxence Lacroix sowie Marin Pongracic.

Nur Sperren, Verletzungen oder Krankheiten, so war es zuletzt, spülen Guilavogui aufs Spielfeld. Wie am vergangenen Samstag in Berlin, als der 30-Jährige zur zweiten Halbzeit für den entkräfteten Pongracic mal wieder in der Abwehr ran durfte - und überzeugte (kicker-Note 2).

Künftig nur noch im Mittelfeld?

Für den Job in der Viererkette hat Glasner seinen Kapitän indes eigentlich gar nicht mehr eingeplant. Als es zuletzt in München galt, einen Ersatz für den verletzten Stammspieler Brooks zu wählen, entschied sich der Trainer für Pongracic. "Marin ist ein gelernter Innenverteidiger", erklärte Glasner und schob mit Blick auf Guilavogui hinterher: "Wenn ich ihn bringe, dann auf seiner angestammten Position."

Das zentrale Mittelfeld also, wo nun Maximilian Arnold rotgesperrt fehlt am Samstag. Ist also Platz da für den Kapitän? Abwarten. Angesichts der körperlichen Probleme von Lacroix und Pongracic nach ihren COVID-19-Infektionen trainierte Guilavogui in dieser Woche in der Abwehr, im Mittelfeld könnten Schlager und Gerhardt den Vorzug erhalten. Wenn alle einsatzbereit sind, scheint Guilavogui zu ahnen, was ihm auch in Zukunft droht: ein Platz auf der Bank.

"Man muss zwischen den Linien lesen", sagt er, der keiner ist, der Stunk macht. Aber auch niemand, der sich kampflos seinem Schicksal ergibt. "Ich respektiere die Entscheidung des Trainers, will sie aber nicht akzeptieren, weil das bedeuten würde, dass ich mich damit zufrieden gebe", betont Guilavogui. "Ich warte auf meine Chance." Die kommt womöglich schon am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Leipzig.

Thomas Hiete

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