Bundesliga

SC Freiburg - Christian Günter: "Mit breiter Brust" nach Leverkusen - Vier Spiele Sperre für Ravet

Freiburg: Ravet für vier Spiele gesperrt

Günter: "Mit breiter Brust" nach Leverkusen

Nach dem Platzverweis war es eine Abwehrschlacht: Christian Günter lobte den Sportclub für die kämpferische Leistung gegen Dortmund (li. Pulisic)

Nach dem Platzverweis war es eine Abwehrschlacht: Christian Günter lobte den Sportclub für die kämpferische Leistung gegen Dortmund (li. Pulisic) imago

"Wir haben gegen Dortmund ein außergewöhnlich gutes Spiel gemacht, schon von Anfang an", findet Christian Günter. Das Eigengewächs trug gegen den BVB in Abwesenheit von Kapitän Julian Schuster (nicht im Kader), dessen Vertreter Mike Frantz (eingewechselt) und Nils Petersen (fehlte wegen muskulärer Probleme) sowie des Mannschaftrat-Kollegen Nicolas Höfler (Gelb-Rot-Sperre) erstmals in der Bundesliga die Spielführerbinde.

"Aus einem frühen Attackieren wurde durch den Platzverweis eine Abwehrschlacht. Großes Kompliment an die Mannschaft für das, was wir kämpferisch auf den Platz gebracht haben", rekapituliert der 24-Jährige das Geschehen.

War der Platzverweis für den SC womöglich gar ein Segen, weil sich die Mannschaft ohne große Ausflüge nach vorne, die den Dortmundern mehr Räume verschafft hätten, aufs Verteidigen konzentrieren konnte? Reine Spekulation, aber auch Günter wirft die Frage auf, wie es wohl ohne den Platzverweis ausgegangen wäre: "Mich hätte interessiert, ob wir es zu elft durchgehalten hätten und ob dann vielleicht sogar mehr dringewesen wäre", so der Linksverteidiger.

Nach großen Kalibern nun unter Zugzwang

Das können die Breisgauer nun bei der kriselnden Werkself testen, die zwar nur einen Punkt weniger auf dem Konto hat, aber ganz andere Ansprüche hegt. "Wir können mit einer breiten Brust dort hinfahren. Das Ziel muss sein, wieder so auf dem Platz zu stehen, wieder so aggressiv zu sein. Dann hat es jede Mannschaft gegen uns schwer", macht Günter deutlich, dass der Punkt gegen Dortmund seinem Team durchaus Auftrieb gegeben hat. Auf Dauer werden überraschende Remis gegen Topteams aber nicht ausreichen, um die nötigen Zähler für den Klassenerhalt zu sammeln. Das weiß auch Günter, der es mit gemischten Gefühlen sieht, dass die Hinrundenduelle mit Leipzig (1:4) und Dortmund wenigstens schon hinter der Streich-Elf liegen: "Wenn man die zwei Kaliber weghat, dann kommen Gegner, gegen die man wiederum punkten muss." Leverkusen meint er damit noch nicht, sehr wohl aber Aufsteiger Hannover, der Mittwoch kommende Woche ins Schwarzwaldstadion kommt.

Petersen wieder im individuellen Training – "Ravet wird weiterhelfen"

Personell sollte Streich dann wieder etwas mehr Auswahl haben. So absolvierte Torjäger Petersen am Dienstag mit Langzeit-Rekonvaleszent Georg Niedermeier (Rückenprobleme) sowie Ravet (muskuläre Beschwerden) wieder ein individuelles Trainingsprogramm auf dem Platz. Der Rotsünder hat im Gegensatz zu seinen Kollegen keinen großen Zeitdruck, wieder fit werden zu müssen. Das DFB-Sportgericht hat ihn dem Antrag des Kontrollausschusses folgend, von dem der kicker am Montagabend exklusiv berichtete, für vier Spiele aus dem Verkehr gezogen. Freiburg kann binnen 24 Stunden eine mündliche Verhandlung vor dem Sportgericht beantragen.

Günter sieht in der Zwangspause keinen entscheidenden Knacks für den französischen Last-Minute-Zugang. "Für ihn ist es bitter gelaufen, aber kein Beinbruch. Er ist ein super Fußballer und wird uns in dieser Saison auch noch weiterhelfen."

Der zweite Freiburger Debütant vom Samstag, Vincent Sierro, der kurz vor der Halbzeit wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden musste, fehlte aus diesem Grund am Dienstag im Training. Er fällt wegen einer Muskelverletzung vorerst aus. Die Auswechselung vor der Pause kam damit nicht früh genug.

Carsten Schröter/aho

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