Champions League

Pep Guardiolas besonderer Dank an Stones und Fernandinho

ManCity-Coach trotz dreier Gegentore "unglaublich zufrieden"

Guardiolas besonderer Dank an Stones und Fernandinho

Wechselspiele: Pep Guardiola (2.v.li.) zeigte sich mit Stones und Fernandinho zufrieden.

Wechselspiele: Pep Guardiola (2.v.li.) zeigte sich mit Stones und Fernandinho zufrieden. imago images

Nach den ersten elf Minuten konnte man den Eindruck bekommen, als würde Manchester City dem Champions-League-Rekordsieger eine Lehrstunde erteilen. Doch Real Madrid ist dieser Tage mit in Europa unerreichten Nehmerqualitäten gesegnet, die die Königlichen am Ende sogar noch in eine ordentliche Ausgangslage brachten. Ein 4:3 für die Skyblues stand nach 90 packenden Minuten auf der Anzeigetafel.

"Aus meiner Erfahrung heraus musst du, um diesen Wettbewerb zu gewinnen, solche unerwarteten Situationen einfach überstehen", erklärte Guardiola auf der Pressekonferenz und schob hinterher: "Es hätte ein besseres Ergebnis sein können, aber das ist halt Real. Wir haben sehr gut gespielt."

Fraglos hatte ManCity gerade offensiv phasenweise für Spektakel gesorgt, dass es am Ende nur vier eigene Treffer wurden, war einzig und allein der mangelhaften Chancenverwertung zuzuschreiben. Dass Real-Coach Carlo Ancelotti hinterher sagte, dass Madrid im Rückspiel mit einer besseren Abwehr ins Finale einziehe, kommentierte Guardiola auf Guardiola-Art: "Ich stimme Carlo immer zu."

Natürlich wurmte es den Katalanen, dass seine Mannschaft derart große Chancen in schöner Regelmäßigkeit hatten liegen lassen. Es sei nur an die 26. Minute erinnert, in der Riyad Mahrez den Ball trotz zweier guter Anspielstationen aus spitzem Winkel ans Außennetz donnerte. Guardiola war in den Sekunden danach komplett außer sich, schrie inbrünstig den außer Reichweite stehenden Mahrez an und konnte sich kaum beruhigen.

Im Presseraum klang das dann freilich ganz anders. "Wir werden uns nicht über das Ergebnis beschweren", so Guardiola: "Ich bin stolz und unglaublich zufrieden." Keiner könne behaupten, "dass wir nicht sehr guten Fußball gezeigt haben".

Guardiola: "Vielleicht müssen wir uns sogar noch steigern ..."

Dass im Bernabeu, wo in dieser Saison schon PSG und Chelsea verzweifelten, nochmal eine andere Herausforderung wartet, weiß Guardiola: "Im Bernabeu müssen wir wieder mindestens so spielen. Vielleicht müssen wir uns sogar noch steigern, um ins Finale einzuziehen. Dieser Wettbewerb verlangt das von dir."

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Hängende Köpfe seien nach einem 4:3 in der Champions League gegen Real derweil unangebracht. "Wir müssen erhobenen Hauptes nach Madrid fahren", stellte ManCitys Cheftrainer klar.

Einen besonderen Gruß entsendete Guardiola an zwei Teilzeitarbeiter auf der Rechtsverteidigerposition. Der angeschlagene John Stones, eigentlich Innenverteidiger, musste nach 36 Minuten abbrechen, für ihn übernahm Routinier Fernandinho, eigentlich Sechser, der die Skyblues im Sommer verlassen will.

Ich wusste, dass er es gut machen würde.

Pep Guardiola über Fernandinho

"Ich möchte Stones danken dafür, dass er es versucht hat", sagte Guardiola: "Und ich möchte Fernandinho danken, der nur ein einziges Mal als Außenverteidiger gespielt hat." Besonders zwischen der 53. und 55. Minute trat der Brasilianer in Erscheinung. Erst fing er einen Ball in Richtung Vinicius Junior ab und flankte genial auf Phil Foden, der das 3:1 markierte. Dann fiel Fernandinho auf eine Finte seines Landsmanns rein und konnte Vinicius Junior auf dem Weg zum 2:3 nicht mehr stoppen.

"Es ist extrem schwierig, Vinicius Junior zu kontrollieren", stellte sich Guardiola hinterher vor Fernandinho: "Aber er ist ein solch wichtiger Spieler für uns. Ich wusste, dass er es gut machen würde." Teilweise machte es Fernandinho gut. Ob ihn Guardiola auch im Rückspiel auf Vinicius Junior "loslässt", darf zumindest angezweifelt werden.

msc