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Pep Guardiola bissig: "Hört auf, hinter unserem Rücken zu tuscheln"

City-Coach schießt gegen die direkte Konkurrenz

Guardiola reagiert bissig: "Hört auf, hinter unserem Rücken zu tuscheln"

Er reagierte verstimmt auf die Kritik der Konkurrenz: City-Coach Pep Guardiola.

Er reagierte verstimmt auf die Kritik der Konkurrenz: City-Coach Pep Guardiola. imago images

"Hört auf, hinter unserem Rücken zu tuscheln - kommt auf den Platz!", rief ein sichtlich aufgebrachter Guardiola auf der PK am Dienstag seinen Kontrahenten um Meister Liverpool und dessen Trainer Jürgen Klopp zu. Der deutsche Coach in Diensten der Reds hatte zuvor betont, er "denke nicht, dass es ein guter Tag für den Fußball war". Guardiolas ewiger Rivale José Mourinho - aktuell Trainer bei Tottenham Hotspur - sprach gar von einer "schändlichen Entscheidung".

"Man sollte sich bei uns entschuldigen. Was wir getan haben, war richtig", hielt Guardiola energisch dagegen: "Wir wurden nicht gesperrt, weil wir die Regeln des Financial Fair Play befolgt haben - sonst wären wir ja gesperrt worden." Und weiter, erneut an die vielen City-Gegner gerichtet: "Sie haben abseits des Platzes verloren. Jetzt müssen sie uns auf dem Platz besiegen, das ist der Sport."

Wenn man unschuldig wäre, hätte man erst gar keine Strafe bekommen.

José Mourinho

Der einstige Bayern-Coach meinte, die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS am Montag habe ihn "unglaublich glücklich" gemacht. "Sie hat bewiesen, dass alles, was die Leute behauptet haben, unwahr ist." Es sei behauptet worden, dass City "betrüge und lüge", die Unschuldsvermutung habe nie gegolten, behauptete er. Es sei "schwer" gewesen, diesem Verdacht ausgesetzt zu sein. Dabei spiele City doch "unter denselben Regeln wie all die anderen Elite-Klubs". Mourinho warf aus dem entfernten London ein: "Wenn man unschuldig wäre, hätte man erst gar keine Strafe bekommen."

Zur Hypothese, er könne nun leichter davon überzeugt werden, seinen 2021 auslaufenden Vertrag zu verlängern, äußerte sich Guardiola nicht konkret. "Vielleicht", sagte der Katalane, "aber jetzt ist nicht die Zeit, um über Verträge zu sprechen. Ein weiteres Jahr ist eine lange, lange Zeit für einen Trainer. Ich war und bin glücklich."

Müller: "Erinnert mich so ein bisschen an Trump"

Gegenwind für Guardiola gibt es auch aus Deutschland. Christian Müller, früherer Finanz-Geschäftsführer der DFL, hat nach Aufhebung der Sperre für Manchester City harsche Kritik am Verhalten des City-Coaches geübt. "Ich habe eigentlich eine hohe Meinung von Pep Guardiola als Trainer, aber entweder ist in seinem Kopf was passiert, was von Nachteil ist, oder er lässt sich fernsteuern und missbrauchen", erklärte Müller dem SID.

Mit "sportlicher Fairness" und "Wettbewerbsintegrität" habe dessen Verhalten und dessen Aussagen im Zusammenhang mit dem Gerichtsprozess nichts mehr zu tun, so der 56-Jährige weiter: "Das erinnert mich so ein bisschen an das Verhalten von Donald Trump, der brachiales Unrecht begeht und dann noch Twittermeldungen hinterherschießt, die die Menschen nur noch zur Verzweiflung bringen."

Die Anwälte und die Führung des Klubs sind wie mit Panzern gegen die Regularien des Financial Fair Play und gegen das Verfahren vorgegangen.

Christian Müller

"Das Verhalten der Eigentümer und der Funktionäre von Manchester City war im Gesamten unter aller Kanone", so Müller: "Die Anwälte und die Führung des Klubs sind wie mit Panzern gegen die Regularien des Financial Fair Play und gegen das Verfahren vorgegangen."

Lesen Sie auch einen Kommentar zum Thema von kicker-Redakteur Manfred Münchrath: "Der Freispruch für ManCity fordert andere zur Nachahmung auf"

msc