Bundesliga

Guardiola: "Bremen kann bei Bayern gewinnen"

Der Bayern-Trainer analysiert Werder intensiv

Guardiola: "Bremen kann bei Bayern gewinnen"

Richtet die Augen wie immer auf die Stärken des kommenden Gegners: Bayern-Trainer Pep Guardiola.

Richtet die Augen wie immer auf die Stärken des kommenden Gegners: Bayern-Trainer Pep Guardiola. Getty Images

Wer Pep Guardiola in den letzten Jahren bei seinem Wirken in München beobachtete und begleitete, der wusste eigentlich schon vorab, was einen Tag vor dem Pokalhalbfinalspiel gegen Werder Bremen kommen würde. Natürlich warnte Guardiola vor dem Bundesligasechzehnten, erklärte, dass das Halbfinalspiel "schwer" werden würde, und Bremen durchaus in der Lage sei, die Bayern auch München zu schlagen. "In einem Spiel kann alles passieren. Ich bin mir sicher: Werder Bremen kann bei Bayern München gewinnen. In einem Spiel ist das möglich", so der Katalane.

Guardiolas Sätze wiederholen sich. So wie seine Spieler meistens "top, top, top" sind, stehen für den Katalanen bei seinen Gegnern fast immer nur deren Stärken im Vordergrund, so selten sie auch zu sehen sein mögen. Es ist kein Kalkül, die Sätze entsprechen sogar dem Naturell Guardiolas, der sich zwar am Spielfeld dominant und manchmal auch selbstverliebt zeigt, doch das Zweifelnde in sich trägt. "Jede Mannschaft hat Schwachpunkte, wir auch“, sagte er am Dienstag.

Vorschau & Spielbericht

Das zuletzt erlebte 5:0 gegen Werder in München, die eklatanten Unterschiede bei Qualität und Form im Kader, der Umstand, dass Bayern nur 14 Gegentore in der Liga einfing, Bremen mit 61 Gegentreffern die schlechteste Abwehr darstellt, alles Fakten für die anderen. Für Guardiola zählt in der Vorbereitung eines Spiels meist nur der Konjunktiv. Was könnte der Gegner leisten?

Deshalb nimmt er jeden Gegner 100-prozentig ernst, schaute sich deshalb am Montagvormittag das Bremen-Spiel gegen Wolfsburg in voller Länge an; er sucht das Spiel des Gegners nach Schwachstellen ab, analysiert, um dann mit seiner Idee von Aufstellung und Taktik zu kontern. Sein Vorgehen hat immer auch mit dem Gegner zu tun. Mit dem sonst in München so gelebten Mia-san-mia hat das vordergründig nicht viel zu tun, doch so bleiben die Spieler wenigstens gewarnt, auch wenn die Gefahr der Abnutzung beim dauernden Zeigefinger durchaus gegeben ist.

Doch Respekt und Demut gehören zu großen Sportlern. Von daher kann man dem Bayern-Trainer nichts vorwerfen, auch wenn die Lobeshymnen selbst für die schwächsten Gegner in der Wiederholung irgendwann nicht mehr ernst genommen werden können. Gegen Bremen ist eines klar: Alles andere als ein klarer Sieg in 90 Minuten wäre eine Sensation. Denn auch wenn Werder im Pokal in Gladbach und Leverkusen gewonnen hat, Bayern ist ein anderes Kaliber und das weiß auch Guardiola. Nur sagen tut er das eben nicht ...

Mounir Zitouni

kicker.tv Hintergrund

Nach öffentlicher Kritik - Guardiola will ins Pokalfinale

alle Videos in der Übersicht