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Grüne kritisieren Polizei-Einsatz gegen Bayernfans

Ermittlungen gegen sieben Anhänger

Grüne kritisieren Polizei-Einsatz gegen Bayernfans: "Die Rechte enden nicht am Stadiontor"

Die Grünen hakten im Bayerischen Landtag bezüglich des Einsatzes in Heimstetten nach.

Die Grünen hakten im Bayerischen Landtag bezüglich des Einsatzes in Heimstetten nach. IMAGO/Ulrich Wagner

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Die Auseinandersetzungen bei der Partie zwischen Türkgücü und dem FC Bayern II sind nun auch auf politischer Bühne angekommen. Max Deisenhofer, sportpolitischer Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag, legte der Staatsregierung Mitte der Woche einen Fragenkatalog zu den Geschehnissen vom vergangenen Wochenende vor.

Aus der Antwort von Innenminister Joachim Herrmann geht hervor, dass sich unter den 150 Anhängern der Gastmannschaft "auch 15 polizeilich bekannte gewaltbereite Problempersonen" befunden haben sollen. Unter den 20 Verletzten sei auch ein Ordner des Heimvereins, der beim Versuch, auf die Zaunfahne zuzugreifen, verletzt worden sein soll. Zudem seien auch die Polizeibeamten, die die Maßnahme der Sicherstellung durchsetzen wollten, durch Anhänger des FC Bayern angegriffen worden. Auch um eine weitere Eskalation und "ein unkontrolliertes Aufeinandertreffen der Fanlager auf dem Spielfeld" zu unterbinden, "musste unmittelbarer Zwang in Form des Einsatzes von Pfefferspray und des Schlagstockes eingesetzt werden."

Herrmann spricht von zehn verletzten Polizeibeamten, bei denen "der Einsatz von Pfefferspray aber auch insbesondere die Angriffe durch die Störer aus der Anhängerschaft des FC Bayern München" ursächlich seien. Seitens der Störer wurden laut Innenminister neun Personen verletzt, "nach derzeitigem Kenntnistand überwiegend durch den Einsatz von Pfefferspray." Derweil werde wegen des Verdachts der Körperverletzung sowie Sachbeschädigung gegen sieben Anhänger des FC Bayern München ermittelt.

"Übertriebener Polizeieinsatz"

"Die Staatsregierung hat es leider versäumt, zur Aufklärung der Vorfälle in Heimstetten beizutragen", gibt Deisenhofer in einer Stellungnahme zu Protokoll. So vermisse er etwa Aussagen zur Verhältnismäßigkeit des Vorgehens im Fanblock: "Die vielen Augenzeugenberichte und Video-Belege geben ein bevorstehendes, unkontrolliertes Aufeinandertreffen der Fanlager auf dem Spielfeld sicher nicht her. Das ist eine abenteuerliche Rechtfertigung eines übertriebenen und offensichtlich aus dem Ruder gelaufenen Polizeieinsatzes."

Die Stellungnahme bestätige vielmehr Zweifel am Vorgehen der Polizei. "Wir fordern jetzt erst recht eine vollständige Aufarbeitung und werden weitere Landtagsanfragen stellen", so Deisenhofer: "Die Rechte von Bürgerinnen und Bürgern enden nicht am Stadiontor."

Aus sportrechtlicher Sicht wird es nun aber um die Schuld am Spielabbruch gehen. Die Vereine wurden am Sonntag vom BFV aufgefordert, eine Stellungnahme einzureichen, der Fall liegt nun beim Sportgericht.

Jan Mauer

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