2. Bundesliga

Großkreutz angesäuert: "Dann bin ich kein Fußballer"

Stuttgart muss nach dem zerfahrenen Auftritt umdenken

Großkreutz angesäuert: "Dann bin ich kein Fußballer"

Bei seinem Comeback direkt wieder Wortführer: Stuttgarts Kevin Großkreutz.

Bei seinem Comeback direkt wieder Wortführer: Stuttgarts Kevin Großkreutz. imago

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: Von der vermeintlichen Favoritenrolle war an dem lauen Sommerabend beim VfB Stuttgart wenig zu sehen, die aufmüpfigen Heidenheimer mischten munter mit. In der 69. Minute war es dann passiert, weil Stephen Sama einmal mehr Gegenspieler Marc Schnatterer unbedrängt flanken ließ und der unsichere Toni Sunjic gegen John Verhoek das Kopfballduell verlor - 0:1. Die Stuttgarter Innenverteidiger hinterließen gegen den FCH nicht den besten Eindruck. Sunjic zumindest wollte seine Fehler vergessen machen und wuchtete eine Ecke von Alexandru Maxim drei Minuten nach dem Rückstand ins Netz.

Luhukay hadert: "Hatten unglaublich viele Ballverluste"

Anschließend aber wollte der VfB vor der prächtigen Kulisse zu viel, Heidenheim konterte und Youngster Tim Skarke (20) vollstreckte eiskalt zum 2:1-Endstand. "Wir sind sehr enttäuscht. Von der ersten bis zur letzten Minute sind wir verunsichert aufgetreten. Wir hatten unglaublich viele Ballverluste, die teilweise sogar ohne Druck entstanden sind", haderte Coach Jos Luhukay anschließend: "So ist die Verunsicherung immer größer geworden und teilweise war Angst dabei. Angst ist aber kein guter Begleiter."

Spielersteckbrief Gentner
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2. Bundesliga - 4. Spieltag
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Einige Spieler bei uns müssen lernen, mit der Situation umzugehen, dass wir in den Spielen der Favorit sind.

Jos Luhukay über eine mentale Schwäche beim VfB

Luhukay wollte hinterher vor allem ein mentales Problem ausgemacht haben. "Einige Spieler bei uns müssen lernen, mit der Situation umzugehen, dass wir in den Spielen der Favorit sind", so der Niederländer. Die hohe Qualität im Kader soll sich endlich bemerkbar machen: "Wir befinden uns in einem Entwicklungsprozess, in dem wir schnellstmöglich aus solchen Partien lernen müssen. Für uns gilt es, mit einer Mannschaft zurückzukommen, die mit mehr Mut den Fans gerade in Heimspielen mehr bieten kann."

Den Fans im ersten Duell gegen Heidenheim in der 2. Liga deutlich mehr bieten wollte auch Kapitän Christian Gentner. "Wir müssen schneller und genauer nach vorne spielen. Wir müssen kreativer und mutiger sein sowie weniger Fehler machen. Mentalität alleine wird nicht reichen, um aufzusteigen", stellte der Mittelfeld-Regisseur klar: "Es braucht noch Qualität und Cleverness, die haben wir in einigen Situationen vermissen lassen."

Großkreutz: "Ich muss auch mal was riskieren"

Direkt wieder mittendrin: Kevin Großkreutz (#19) konnte die 1:2-Pleite auch nicht verhindern.

Direkt wieder mittendrin: Kevin Großkreutz (#19) konnte die 1:2-Pleite auch nicht verhindern. imago

Auch Großkreutz, der nach Verletzungspause in der 75. Minute für Tobias Werner eingewechselt wurde und damit sein Zweitliga-Debüt für den VfB feierte, hatte sich den Freitagabend ganz anders vorgestellt. "Mit solchen Fehlern verliert man einfach, da sind wir selbst Schuld", nahm der Ex-Dortmunder am Sky-Mikrofon kein Blatt vor den Mund. Angesprochen auf die Verunsicherung in einigen Mannschaftsteilen äußerte Großkreutz Unverständnis. "Wir haben hier 55.000 Zuschauer im Stadion, dann bin ich kein Fußballer. Ich muss mich zeigen, ich muss Fußball spielen. Ich muss auch mal was riskieren - und wir haben das nicht getan. Und deswegen haben wir auch verloren", beendete der 28-Jährige das Gespräch.

Die hohe Erwartungshaltung erneut nicht erfüllen konnte auch Torjäger Simon Terodde, der gegen Heidenheim leer ausging. "Wir sind extrem enttäuscht. Wir wollten den Fans etwas zurückgeben. Sie haben uns wieder super unterstützt", so der ehemalige Bochumer, der aber den Blick schon nach vorne richtete: "Wir werden den Kopf wieder hochnehmen und alles daran setzen, es in Kaiserslautern besser zu machen."

msc