Bundesliga

Gross über neues Personal: "Es gibt natürlich immer Wünsche"

Schalkes neuer Coach will einen Konsens finden

Gross über neues Personal: "Es gibt natürlich immer Wünsche"

Kann er den FC Schalke 04 vor dem Abstieg bewahren? Christian Gross.

Kann er den FC Schalke 04 vor dem Abstieg bewahren? Christian Gross. picture alliance

Eigentlich war Christian Gross so gut wie zurückgetreten im vergangenen Mai. Doch nun passierte der Fall der Fälle, für den er sich ein Hintertürchen offengehalten hatte. "Ich habe mir immer offengehalten, für eine spannende, spezielle Option als Coach zurückzukommen - und das ist Schalke", sagte der 66-jährige Zürcher bei seiner offiziellen Vorstellung als neuer Schalke-Trainer am Sonntagabend. Schalke sei "eine Faszination", "ein weltberühmter Klub".

Über den Anruf von Sportvorstand Jochen Schneider habe er sich deshalb sehr gefreut. Dieser kam übrigens schon vor drei Wochen. "Ja, er war die erste Option", betonte Schneider, der vom "Gesamtpaket Gross" überzeugt ist. Das er ja schon kennt: "Wir haben vor elf Jahren in Stuttgart eine ähnliche Mission angetreten, die sehr erfolgreich endete in der Saison 2009/10. Ich bin überzeugt, dass er mit seiner Ausstrahlung, seiner Expertise, seiner Menschenführung und seiner Erfahrung genau der Richtige ist, um mit uns die Mission Klassenerhalt erfolgreich schaffen zu können."

Vertrag bis Saisonende - und dann?

Diese Mission gleiche eher einem Marathon als einem Sprint, so Schneider. Auch Gross stellt sich auf intensive fünf Monate ein. Sein Vertrag läuft bis zum Saisonende. Ob es eine Option gibt im Falle des Klassenerhalts, wollte er nicht konkret beantworten. Der Schweizer sagte dazu nur: "Die Frage stellt sich dann, wenn es soweit ist. Ich habe noch ganz viel Energie."

Gross, der noch am Sonntag eine erste "interne" Einheit leitete, gilt als autoritär, aber fair. "Ich will einen Konsens finden mit den Spielern. Ich bin nicht ultimativ, ich will Spieler da packen, wo sie noch Potential haben", beschrieb er seinen Stil. "Die Ansprache an die Spieler ist in erster Linie entscheidend", sagte er weiter. Er fordert Mut, Zuversicht, Entschlossenheit, Geschlossenheit, aber auch Cleverness von den Schalke-Profis.

Saudi-Arabien, Ägypten? "Auch dort wird Fußball gespielt!"

Vor über acht Jahren trainierte der frühere VfB-Coach zuletzt einen europäischen Klub - die Young Boys aus Bern. Anschließend war Gross in Saudi-Arabien und Ägypten beschäftigt. "Auch dort wird Fußball gespielt", entgegnete er seinen Skeptikern. Seine größten Erfolge feierte Gross vor seiner Zeit in Stuttgart mit dem FC Basel (je vier Meistertitel und Pokalsiege von 1999 bis 2009).

"Ich arbeite sehr gerne mit Metaphern und Symbolen", gab der Sohn eines Polizisten und einer Turmspringerin noch mehr von sich preis. Er trage einen Haifischzahn, denn "es braucht diese positive Aggressivität". Die Mannschaft müsse ihm zeigen, dass sie motiviert ist. Seine Gedanken, auf welche Spieler es besonders ankommen könnte, wollte er nicht teilen. Der suspendierte Nabil Bentaleb wird es sicher nicht sein, er erhält auch unter Gross keine neue Chance.

Wir werden alles tun, wozu wir in der Lage sind.

Jochen Schneider zu möglichen Neuzugängen

Stattdessen liebäugelt Gross mit neuem Personal. "Es gibt natürlich immer Wünsche", sagte er. Vor allem auf den Außenbahnen sieht er Bedarf von der Schnelligkeit her. "Wir sind im Austausch, auch mit Huub Stevens", so Gross, der um die finanziell angespannte Lage weiß. Schneider sagte zum Thema Verstärkungen: "Wir werden alles tun, wozu wir in der Lage sind."

Zeit, auf mögliche Neuzugänge zu warten, bleibt nicht. Am Samstagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) muss Schalke bei Hertha BSC ran. Für Gross beginnt mit diesem Spiel ein Marathon. "Es gibt viel zu tun, lassen Sie mich das anpacken."

Lesen Sie zu diesem Thema auch einen Kommentar von kicker-Reporter Toni Lieto: Gross ist Schalkes und Schneiders letzte Chance

cfl

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