Bundesliga

Gross über Schalke-Aus: "Würde nicht mehr die gleichen Spieler holen"

Freigestellter Schalke-Trainer äußert sich

Gross: "Ich würde nicht mehr die gleichen Spieler holen"

"Sehr enttäuscht" über das schnelle Aus auf Schalke: Christian Gross.

"Sehr enttäuscht" über das schnelle Aus auf Schalke: Christian Gross. imago images

Christian Gross verlässt den FC Schalke mit einem Gefühl, das viele Beobachter und Fans längst nicht mehr hatten. Nämlich dem, "dass sich die Mannschaft entwickelt. Dass wir sportlich auf dem richtigen Weg waren und Fortschritte machen".

Obwohl er "nach wie vor überzeugt" war, "dass Schalke den Abstieg noch verhindern kann", musste der Trainer am Sonntag nach nur acht Bundesligaspielen (ein Sieg, zwei Remis, fünf Niederlagen) schon wieder gehen - und ist "sehr enttäuscht", wie er dem Schweizer "Blick" verriet.

Gross: "Es war der Abschluss von zwei unglaublichen Tagen"

Von seiner Entlassung habe er "am Sonntagmorgen per Telefon von Jochen Schneider" erfahren, der zusammen mit Gross und drei weiteren Mitarbeitern freigestellt wurde. "Es war der Abschluss von zwei unglaublichen Tagen."

Führungsspieler hatten bei den Klubbossen im Namen der Mannschaft Gross' Aus gefordert. Auch wenn Schneider ihm, so Gross, "explizit" gesagt habe, "bei ihm sei kein Spieler gewesen". Gross habe den Schalker Profis erklärt, "dass sie bei Problemen direkt zu mir kommen sollen. Es kann ja sein, dass einem mein Gesicht nicht gefällt, dass er mich nicht mag." Doch es habe sich "keiner" gemeldet.

Gross deutet Fortsetzung der Trainerkarriere an

Die Frage, was er im Nachhinein anders machen würde, beantwortet der 66-Jährige eindeutig: "Ich würde im Winter nicht mehr die gleichen Spieler holen. Ich würde bei den Transfers versuchen, ein glücklicheres Händchen haben." Ins Detail wollte er nicht gehen. "Es lief nicht alles glücklich."

Wird das Schalke-Intermezzo, das er als die größte Enttäuschung seiner Laufbahn einstuft, Gross' letzte Station als Trainer sein? "Es wäre kein Happy End für meine Karriere", sagt der Schweizer, der diese im Mai 2020 schon einmal mit kleinem Hintertürchen beendet hatte. "Und ich hatte viel Freude an der Arbeit mit den Spielern und bin jederzeit korrekt mit ihnen umgegangen. Darum: Lassen Sie mich erst jetzt mal diese Enttäuschung verdauen. Und dann schauen wir weiter."

Kommentar: Alle raus - besser spät als nie

jpe

Die Punkteschnitte der Schalker Trainer seit 2000