2. Bundesliga

Grammozis: "Es ging in keiner Weise ums Geld"

Trainer erklärt, weshalb er den SV 98 im Sommer verlässt

Grammozis: "Es ging in keiner Weise ums Geld"

Vertragliche Uneinigkeiten gaben den Ausschlag: Darmstadts scheidender Trainer Dimitrios Grammozis.

Vertragliche Uneinigkeiten gaben den Ausschlag: Darmstadts scheidender Trainer Dimitrios Grammozis. imago images

Grammozis bestätigte die Verlautbarungen vom Vortag, dass die unterschiedlichen Auffassungen über die Vertragsdauer der Knackpunkt gewesen seien. Der Verein wollte dem Trainer nur einen Ein-Jahres-Vertrag anbieten; für Grammozis, der einen längeren neuen Kontrakt unterschreiben wollte, kam das nicht in Frage.

"Ich bin hier angetreten, um was zu entwickeln. Ich habe immer gesagt, dass es nur langfristig geht." Die Mannschaft habe sich bereits entwickelt, "aber ich sehe diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen".

Frings muss immer noch bezahlt werden

Grammozis machte zugleich deutlich: "Es ging in keiner Weise ums Geld. Wir haben nicht über das Monetäre geredet." Der Verein, gebrandmarkt gerade durch Ex-Trainer Torsten Frings, den er seit seiner Entlassung Ende 2017 bereits seit mehr als zwei Jahren (und noch bis Juni) bezahlen muss, hatte in Person des Sportlichen Leiters Carsten Wehlmann seinerseits wirtschaftliche Gründe genannt, weshalb man sich mit Grammozis nur auf ein einjähriges neues Arbeitspapier einigen wollte.

Schade, ich hatte das Gefühl, dass man hier etwas aufbauen kann.

Dimitrios Grammozis

Grammozis blieb am Donnerstag auch in der für ihn unangenehmen Situation professionell. Die Entscheidung sei ihm zwar "sehr schwer gefallen, ich arbeite sehr gern bei den Lilien". Auch sei es "schade, ich hatte das Gefühl, dass man hier etwas aufbauen kann". Zugleich zeigte er wegen der teuren, nicht erfüllten Trainerverträge des SV 98 in der Vergangenheit Verständnis für den Verein: "Ich finde es in Ordnung und akzeptiere es."

In der Kaderplanung spielt Grammozis keine Rolle mehr

Bei der Mannschaft habe er am Mittwoch "in traurige Augen geschaut", als er die Nachricht überbracht habe. Dennoch wolle man in der Restsaison unvermindert Gas geben. In die Kaderplanung für die nächste Runde ist Grammozis ab sofort nicht mehr eingebunden, er hat dem Verein in den vergangenen Wochen aber die Einschätzung des Trainer-Teams zu den Spielern des momentan Kaders vorgelegt.

Weiter offen ist, ob auch die mit Grammozis gekommenen Co-Trainer Iraklis Metaxas und Sven Piepenbrock den Darmstädtern im Sommer den Rücken kehren werden. "Die beiden Co-Trainer standen zu hundert Prozent hinter dieser Entscheidung", betonte Grammozis jedoch.

Jens Dörr