Bundesliga

Frankfurt: Wieso verließ Jens Grahl den VfB Stuttgart?

Frankfurt: Wieso verließ der Keeper seinen Heimatverein VfB Stuttgart?

Grahl und der Wechsel "aus der Komfortzone heraus"

Jens Grahl fängt nun für Eintracht Frankfurt Bälle.

Jens Grahl fängt nun für Eintracht Frankfurt Bälle. imago images/Kessler-Sportfotografie

Erst vor drei, vier Wochen gab es den ersten Kontakt mit Frankfurts Torwarttrainer Jan Zimmermann. "Danach ging es ratzfatz, innerhalb von ein paar Tagen war der Wechsel durch", erzählte Grahl auf einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Der Keeper präsentierte sich offenherzig und gut gelaunt, in Frankfurt und bei der Eintracht fühlt er sich schon jetzt wie zu Hause. Dazu passt: Seine Frau hatte im Handumdrehen ein Haus entdeckt, in das die Familie bereits zu Wochenbeginn einzog. Doch weshalb brach er überhaupt noch einmal auf zu neuen Ufern? "Ich habe mich in den letzten fünf Jahren in Stuttgart so wohl gefühlt, ich war in meinem Heimatverein, zu Hause. Vielleicht war das jetzt auch ein Grund für den Wechsel: Dass ich aus der Komfortzone herauskomme und eine neue Herausforderung habe."

Überzeugt habe ihn "der Weg", den ihm Zimmermann aufzeigte, den Ausschlag gab aber die langfristige Perspektive am Main: "Ich habe einen Dreijahresvertrag als Spieler mit der Option, danach Torwarttrainer zu werden. Das überzeugte mich." Zwar will er sich noch nicht auf ein Karriereende in drei Jahren festlegen, doch wenn der Tag X gekommen ist, plant er, sich als Torwarttrainer im Jugendbereich zu beweisen.

Ähnliche Perspektive wie in Stuttgart

Sportlich ist Grahls Perspektive in Frankfurt ähnlich wie in Stuttgart, wo er erst die Nummer 2 und später nur noch die Nummer 3 im Tor war. Auf Pflichtspieleinsätze kam er in den vergangenen fünf Jahren nicht, zuvor hütete er bei der TSG Hoffenheim in der Bundesliga insgesamt zwölfmal das Tor. Bei der Eintracht trifft er auf den gesetzten Kevin Trapp und Youngster Diant Ramaj. Ob er die Nummer 2 oder die Nummer 3 werde, stehe noch nicht fest. Doch gut aufgehoben fühlt er sich losgelöst von dieser Frage: "Kevin ist ein Weltklasse-Torhüter, von dem ich sehr viel lernen kann, und Diant ist ein super Talent. Er ist richtig gut mit dem Fuß, spielt super Bälle und ist reaktionsschnell. Wir haben ein richtig gutes Torwartteam, eine gute Mischung."

Ich fühle mich im Kopf aber immer noch ein bisschen wie mit 20 und bin für jeden Spaß zu haben.

Jens Grahl

Nach "Methusalem” Makoto Hasebe (37) ist Grahl der älteste Spieler im Kader. Schon in Stuttgart sei er der „Papa der Mannschaft" gewesen, wie er schmunzelnd verrät. "Ich hatte für jeden immer ein offenes Ohr, spreche meinen Mitspielern Mut zu und nehme einen jungen Spieler auch mal in den Arm", erklärt der Torhüter. Er weiß: "Als älterer Spieler muss man ein bisschen vorangehen. Ich fühle mich im Kopf aber immer noch ein bisschen wie mit 20 und bin für jeden Spaß zu haben." Das sind keine schlechten Voraussetzungen, um auch bei der Eintracht schnell die Akzeptanz zu erlangen, die er beim VfB genoss.

Julian Franzke

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