GP von Brasilien Rennbericht

Endstand

1 Max Verstappen
2 Pierre Gasly
3 Carlos Sainz jr.
4 Kimi Räikkönen
5 Antonio Giovinazzi
6 Daniel Ricciardo
7 Lewis Hamilton
8 Lando Norris
9 Sergio Perez
10 Daniil Kvyat
11 Kevin Magnussen
12 George Russell
13 Romain Grosjean
14 Alexander Albon
15 Nico Hülkenberg
16 Robert Kubica
17 Sebastian Vettel
18 Charles Leclerc
19 Lance Stroll
20 Valtteri Bottas
1:33:14,678 + 6,077 + 8,896 + 9,452 + 10,201 + 10,541 + 11,139 + 11,204 + 11,529 + 11,931 + 12,732 + 13,599 + 14,247 + 14,927 + 18,059 + 1 Runde + 5 Runden + 5 Runden + 5 Runden Defekt (Power Unit), 51. Runde

Niederländer vergoldet seine Pole - Weltmeister verliert Platz drei

Ferraris schießen sich gegenseitig ab - Verstappen siegt, Hamilton bestraft

Sebastian Vettel nach dem Crash mit Ferrari-Kollege Charles Leclerc.

Sebastian Vettel nach dem Crash mit Ferrari-Kollege Charles Leclerc. Getty Images

Verstappen nicht zu schlagen - Hamilton verliert Platz drei

Im irren Brasilien-Chaos ist der Zoff zwischen Sebastian Vettel und Charles Leclerc endgültig eskaliert. Fünf Runden vor dem Ende des vorletzten Saisonrennens krachten die beiden Ferrari-Stallrivalen ineinander und schieden beide aus. Vettel wütete nach seinem Debakel im 100. Grand Prix für die Scuderia. In einer wahnwitzigen Schlussphase sicherte sich Max Verstappen im Red Bull den Sieg. Lewis Hamilton musste sich am Sonntag im Autódromo José Carlos Pace hinter Toro-Rosso-Mann Pierre Gasly zunächst mit Rang drei begnügen, doch weil er den Red Bull von Alexander Albon berührt und gedreht hatte, wurde er mit fünf Sekunden extra bestraft. "Ich akzeptiere das absolut", kommentierte Hamilton die Strafe auf der Pressekonferenz.

"Der Start ist wahnsinnig wichtig, aber es kommen danach noch 71 Runden", hatte Vettels Teamchef Mattia Binotto vor dem Erlöschen der Roten Ampeln gesagt. Die Startreihe eins besaß ordentlich Brisanz: Verstappen vs. Vettel. Der niederländische Heißsporn hatte die Scuderia um den deutschen Routinier wegen eines überraschenden Leistungsabfalls zuletzt der Schummelei bezichtigt. Am Freitag in Brasilien waren die beiden Ferrari noch die schnellsten gewesen, in der Qualifikation am Samstag jedoch nicht mehr.

Alles auf Grün für Verstappen

Für Verstappen lief erstmal alles nach Plan. Der Red-Bull-Mann führte das Feld nach seiner zweiten Karriere-Pole in die ersten Runden. Der von Position zwei gestartete Vettel versuchte dagegen zu halten und zog nach rechts auf die Seite Hamiltons. Der Brite blieb im Mercedes aber cool und raste anfangs des Senna-S außen am Deutschen vorbei.

Hamilton war zwei Wochen nach seiner sechsten WM-Krönung in Austin mit einem speziellen Helmdesign als Tribut an Brasilien und Legende Ayrton Senna gestartet. An der Spitze aber hielt Verstappen, den im vergangenen Jahr eine Kollision mit Esteban Ocon den fast schon sicheren Sieg in Interlagos gekostet hatte, seine Führung.

Aufholjagd durch Leclerc

Für eine Aufhol-Show sorgte Vettels Teamkollege Charles Leclerc. Nach einem Motorenwechsel ging der Monegasse nur als 14. in den vorletzten Saisonlauf. Nach zehn Runden hatte er aber schon acht Rivalen überholt. Vorne raste das Trio Verstappen, Hamilton und Vettel indes auf Sichtkontakt.

Mehr Action nach Hamiltons erstem Reifenwechsel

Hamilton kam in der 21. Runde als erster der Sieg-Kandidaten an die Box. Endlich. Dadurch kam Action in das bis dahin eher ereignislose Rennen. Verstappen zog eine Runde später ebenfalls mit der weichen Mischung nach, wurde aber vor der Ausfahrt aus der Boxengasse von Williams-Pilot Robert Kubica fast in die Mauer gedrängt. "Was zum Teufel macht der da?!", schimpfte der Red-Bull-Fahrer über das mit einer Fünf-Sekunden-Strafe des Polen geahndete Manöver.

Vettel ließ sich erst in Umlauf 25 frische Reifen aufziehen, Ferrari entschied sich hier für die mittlere Mischung. Der Hesse versuchte, an Verstappen und Hamilton ranzukommen. Der Engländer beklagte derweil über Funk eine angeblich falsche Reifenwahl, Probleme mit dem Motor und Unregelmäßigkeiten in der Elektronik. Mit der Spannung war es dann erstmal wieder vorbei.

"Die Reifen sind im Arsch", schimpfte Hamilton und erhielt in Runde 44 bei seinem zweiten Wechsel die Medium-Gummis. Red Bull wollte kein Risiko eingehen und tauschte erneut direkt in der Runde nach dem Briten die Reifen bei Verstappen. Vettel lag nun bei einem Stopp weniger mit knapp sieben Sekunden in Front.

Sein Tempo brach aber ein. 21 Runden vor dem Ende musste auch Vettel zum zweiten Mal an die Box. Bis auf Platz vier fiel der Heppenheimer dadurch zurück, rund 20 Sekunden fehlten ihm auf Spitzenmann Verstappen.

Nach einem Motorschaden bei Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas kam in der 54. Runde das Safety Car zum Einsatz. Das Feld zog sich zusammen, die Spannung stieg. Während Verstappen nun zum dritten Mal in die Garage fuhr und für die Schlussphase nochmal frische Reifen bekam, blieb Hamilton draußen und übernahm Rang eins. Nach fünf Umläufen wurde das Rennen wieder freigegeben - und Verstappen überholte Hamilton sofort furios. Vettel verlor den Zweikampf gegen den zweiten Red-Bull-Mann Alexander Albon und fiel zurück.

Doppelter Reifenschlitzer bei Ferrari - Piloten wütend

Fünf Runden vor Schluss dann das Drama! Im knallharten Zweikampf krachten Vettel und Leclerc zusammen. Beim Monegassen riss vorne rechts das Rad ab, der Deutsche schlitzte sich auf der rechten Seite den Hinterreifen auf. "Mein Gott, muss das sein?! So ein Bockmist aber auch?!", schimpfte Vettel. Auch Leclerc wütete: "Was zur Hölle macht er?!" Für beide war das Rennen beendet.

mas

Hamilton: 5790 Kilometer zur sechsten WM-Krone