Bundesliga

Gouweleeuw beklagt mangelnde Kommunikation im Team

Augsburg: Reuter beschwört den Zusammenhalt

Gouweleeuw beklagt mangelnde Kommunikation im Team

Jeffrey Gouweleeuw spielt seit 2016 beim FC Augsburg.

Jeffrey Gouweleeuw spielt seit 2016 beim FC Augsburg. imago images/Eibner

Wie Keeper Rafal Gikiewicz, der seinem Frust nach dem desolaten Auftritt des FCA freien Lauf ließ, wählte auch der Kapitän am Freitagabend angemessen deutliche Worte. "Wenn wir so spielen, holen wir keine Punkte", machte Jeffrey Gouweleeuw klar und verwies auf die heftigen Schwankungen in den zurückliegenden Wochen: "Der Unterschied zwischen den Spielen ist viel zu groß. Wir haben ein paarmal zu null gespielt, da waren wir richtig stabil. In anderen Spielen bekommen wir die Tore viel zu einfach." Ein Defizit begleitet den FCA aber konstant durch die Saison: "Fakt ist, wir machen sehr wenig Tore." Mit mageren fünf Treffern stellt Augsburg gemeinsam mit Bielefeld die schwächste Offensive der Liga.

"Wir haben einige Baustellen", fasst Gouweleeuw das in Worte, was nicht nur gegen Mainz offensichtlich war. Eine davon ist aus Sicht des Abwehrchefs die Kommunikation innerhalb des Teams. "Manchmal ist das Problem, dass wir zu wenig reden untereinander. Auch auf dem Platz kommunizieren wir viel zu wenig", bemängelt der Niederländer. Klubchef Klaus Hofmann hatte zuvor ebenso auf Defizite im Mannschaftsgefüge hingewiesen: "Im Moment haben wir noch eine Gruppe, als Mannschaft können wir noch wachsen."

Wie wir es von der Mannschaft fordern, so müssen wir es vorleben: Sehr geschlossen, klar und gemeinsam gegen die Situation ankämpfen.

Stefan Reuter

Stefan Reuter beschwört den Zusammenhalt als Weg aus der Krise. "Wie wir es von der Mannschaft fordern, so müssen wir es vorleben: Sehr geschlossen, klar und gemeinsam gegen die Situation ankämpfen", betont der Manager und fügt hinzu: "Von außen wird uns keiner helfen, jeder einzelne ist gefordert." Wie zuvor Hofmann stellt sich auch Reuter klar hinter Trainer Markus Weinzierl, der die sportlichen Probleme bislang nicht lösen konnte und seit seiner Rückkehr im April den schlechtesten Punkteschnitt aller FCA-Trainer in der Bundesliga hat (0,75).

Reuter unter Druck

Weil die sportliche Fehlentwicklung in Augsburg nicht erst unter Weinzierl einsetzte, sondern seit drei Jahren andauert, hat sich vor allem der Druck auf Reuter erhöht. Hofmanns Generalkritik bei der Mitgliederversammlung vergangene Woche wirkte wie ein deutlicher Warnschuss. Zwischen dem FCA-Boss und seinem Geschäftsführer Sport traten bereits in der Vorsaison Differenzen auf, als es um den damaligen Trainer Heiko Herrlich ging, den Reuter zu lange stützte. Als Herrlich nicht mehr zu halten war, forcierte Hofmann Weinzierls Rückkehr.

Schon Ende Mai gab es in der Branche kurzzeitig Gerüchte um Reuters bevorstehende Ablösung - doch die blieb aus. Gehandelt wurden damals Armin Veh und Stephan Schwarz, der bis zum Zerwürfnis in der Saison 2018/19 Reuters engster Vertrauter beim FCA war. Der gebürtige Augsburger Veh soll auch weiterhin ein Kandidat für die Reuter-Nachfolge sein. Ein erneutes Engagement als Trainer hat der 60-Jährige ausgeschlossen, ein Comeback auf einer anderen Position hingegen nicht. Der FCA, für den er schon als Spieler und Trainer aktiv war, ist Vehs Herzensverein.

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