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Goretzkas EM-Forderung: "Vielleicht muss man sich von dem Gedanken verabschieden"

Mittelfeldmann hofft auf defensive Stabilität

Goretzkas EM-Forderung: "Vielleicht muss man sich von dem Gedanken verabschieden"

Leon Goretzka hat eine klare Vorstellung, wie die Heim-EM noch erfolgreich werden kann.

Leon Goretzka hat eine klare Vorstellung, wie die Heim-EM noch erfolgreich werden kann. IMAGO/Nico Herbertz

Die Ergebnisse niederschmetternd, die Stimmung gereizt - und fernab von jeder Euphorie. Wenige Monate vor dem Start der Europameisterschaft im eigenen Land befindet sich die deutsche Nationalmannschaft in einer tiefen Krise. Diese will Leon Goretzka auch gar nicht wegdiskutieren, wie er am Samstagabend im ZDF-Sportstudio deutlich machte. Er glaubt aber auch: "Bis zum Sommer ist noch viel Zeit und da kann auch noch sehr viel passieren."

Zum Beispiel eben doch die Chance auf ein bisschen Euphorie. Auf eine Mannschaft, die zu sich selbst findet und Siege einfährt - und die dann eine erfolgreiche Heim-EM bestreitet. "Entscheidend wird sein, dass wir spätestens im Sommer wissen, was zu tun ist und das eine Hierarchie entsteht", sagt der 28-Jährige. Zunächst gehe es darum, im März, wenn die Nationalmannschaft Länderspiele gegen die Niederlande und Frankreich bestreitet, die bisherigen Eindrücke zu korrigieren.

Wie das gehen soll: "Jeder einzelne muss die Frage für sich beantworten: Bin ich bereit, alles dafür zu tun?" Parallel gehe es darum, ein festes Gerüst zu finden, das erstmal defensive Sicherheit garantiere, in dem man "gemeinschaftlich verteidige" - so wie es zum Beispiel die U-17-Nationalmannschaft beim WM-Titelgewinn und andere DFB-Nationalmannschaften früherer Jahre in Turnieren vorgemacht haben. "Vielleicht muss man sich von dem Gedanken verabschieden, dass wir jeden Gegner in Grund und Boden spielen." Entscheidend seien am Ende schließlich Ergebnisse.

"Das Ziel ist es, erfolgreichen Fußball zu spielen", stellt Goretzka klar, der damit auch aufhören möchte, Diskussionen über alles andere außerhalb des Sportlichen zu führen. "Wir haben gerade im letzten Jahr zu viel darüber gesprochen, dass wir eine Euphorie entfachen wollen", erinnert er. "Wir müssen endlich unseren Teil der Gleichung erfüllen und guten und erfolgreichen Fußball spielen. Ich glaube, dass der Rest von ganz alleine kommt."

pau

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