2. Bundesliga

Nicolas Gonzalez wollte beim VfB Stuttgart schon aufgeben

Stuttgarts Angreifer spricht über schwere Zeiten und Zweifel beim VfB

Gonzalez wollte beim VfB schon aufgeben

Nicolas Gonzalez denkt über eine Rückkehr nach Argentinien nach - in ferner Zukunft.

Nicolas Gonzalez denkt über eine Rückkehr nach Argentinien nach - in ferner Zukunft. imago images

Argentinien ist weit weg. Allerdings nicht für Nachrichten, die im Eiltempo über die Kontinente schwappen. In einem Interview mit dem argentinischen TV-Sender TyC-Sports hat Gonzalez offen über seine schwere Zeit beim VfB und Wechselgedanken gesprochen. Der Angreifer, der 2018 für rund 8,5 Millionen Euro von den Argentinos Juniors gekommen ist, erklärt in seinem Heimatkanal, dass er schwere Zeiten und Zweifel am Neckar erlebt hat.

Gonzalez erzählt, er sei "fasziniert gekommen, aber im Laufe der Zeit wurde es sehr schwer. Es war nicht leicht, sich an die strengste und strukturierteste Gesellschaft von allen zu gewöhnen". Der junge Hoffnungsträger konnte die eigenen und die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Undiszipliniertheiten kamen dazu. Der Traum von einem Spitzenplatz in der Torschützenliste mündete in vergebenen Großchancen und gipfelte schließlich im allerletzten Spiel der Abstiegssaison: Stuttgarts 1:0 durch den Freistoß von Dennis Aogo wird annulliert, weil Gonzalez im Übereifer meterweit im Abseits und dem Union-Keeper Rafal Gikiewicz vor den Augen steht.

Der Tiefpunkt, gekoppelt an den Abstieg und den Gedanken, alles hinwerfen und in die Heimat zurückkehren zu wollen. Dass CA Independiente Buenos Aires Kontakt aufnahm, kam gerade recht. Gonzalez sagte zu. "Sie haben mich angerufen und ich sagte ihnen, dass ich zurückkommen möchte." Eine Zusage, die er schnell hinterfragte und am Ende verwarf. Ihm sei klargeworden, "was für Opfer ich gebracht habe, um nach Europa zu kommen. Also blieb ich", sagt González, der zwar bis heute weiterhin zu viele Torchancen vergibt, aber dennoch mit seinem unbändigen Einsatzwillen und seinem Tempo zu einem wichtigen Faktor bei den Schwaben und deren Aufstiegswunsch geworden ist.

Eine Rückkehr sei dennoch geplant. In ferner Zukunft, schließlich läuft sein Vertrag beim VfB noch bis 2023 und auch in Italien und Spanien wurde sein Name bereits als möglicher Kandidat mit einigen Klubs in Verbindung gebracht. Aber eines Tages soll es zu seinem einem früheren Jugendklub Argentinos zurückgehen: "Ich möchte zurück", verrät der 22-Jährige. "Ich vergesse nie, was mir die Leute gegeben haben."

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