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Gold-Anwärter Zeidler bricht am Ende ein - Föster holt überraschend Bronze im Einer

Ruder-EM bei den European Championships in München

Gold-Anwärter Zeidler bricht am Ende ein - Föster holt überraschend Bronze im Einer

Alexandra Föster überraschte bei der Ruder-EM mit Bronze im Einer.

Alexandra Föster überraschte bei der Ruder-EM mit Bronze im Einer. picture alliance/dpa

Weltmeister Oliver Zeidler hat der hohen Erwartungshaltung bei der Heim-EM in München nicht standgehalten und eine Medaille verpasst. Im Einer-Finale auf der Regattastrecke in Oberschleißheim kam der Titelverteidiger nicht über den vierten Platz hinaus. Gold ging an den Niederländer Melvin Twellaar vor Stefanos Ntouskous aus Griechenland und Kristian Vasilev aus Bulgarien.

Der als Topfavorit gestartete Zeidler lag bis kurz vor dem Ziel noch in Führung, wurde dann jedoch noch von drei Konkurrenten überholt. Damit verpasste es der gebürtige Dachauer, 50 Jahre nach seinem Großvater Hans-Johann Färber, der bei den olympischen Spielen 1972 triumphiert hatte, ebenfalls Gold auf der Regattastrecke zu holen.

Coup in Luzern weckt bei Föster Hoffnungen

Föster indes sicherte sich nach einem starken Schlusssprint überraschend die Bronzemedaille. Im Einer-Finale musste sich die 20-Jährige lediglich Karolien Florijn aus den Niederlanden und Evangelia Anastasiadou geschlagen geben. Für den Deutschen Ruderverband (DRV) ist es in München nach zwei Medaillen im Para-Rudern die erste Podestplatzierung in einer olympischen Bootsklasse.

European Championships

Föster hatte sich nach einem enttäuschenden vierten Rang im Vorlauf erst über den Hoffnungslauf zurück in den Wettbewerb gekämpft. Vor knapp fünf Wochen hatte die Meschederin völlig unerwartet den Weltcup in Luzern gewonnen. Nur kurze Zeit später kürte sie sich im italienischen Varese zudem zur U-23-Weltmeisterin. Bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr hatte Föster den siebten Platz belegt.

DRV-Frauen im Achter-Finale Vorletzte

Die deutschen Ruderinnen haben bei der EM im Achter-Finale nur den fünften und vorletzten Platz belegt. Bei Rumäniens erfolgreicher Titelverteidigung belegten die Boote aus Großbritannien und den favorisierten Niederlande die weiteren Medaillenplätze. Vor dem Team des DRV, das zwei Jahre nach EM-Silber auf Oranje 10,6 Sekunden Rückstand hatte, kam auch Italien ins Ziel. Langsamer als die Gastgeber war nur Dänemark.

Para-Rudern: Ex-Olympionikin Marchand holt mit Vierer EM-Bronze

Die ehemalige Olympia-Teilnehmerin Kathrin Marchand hat bei ihrer Premiere im Para-Sport EM-Bronze gewonnen. Die Debütantin ruderte in Oberschleißheim mit dem Mixed-Vierer um Marc Lembeck, Susanne Lackner, Jan Helmich sowie Steuerfrau Inga Thöne in 7:33,17 Minuten hinter Großbritannien und Frankreich auf Platz drei. Mit einem starken Endspurt überholte der deutsche Vierer auf den letzten Metern noch Italien.

Marchand hatte nach den Olympischen Spielen in Rio 2016 ihre Karriere als Leistungssportlerin eigentlich beendet. Nach einem Schlaganfall greift sie nun im Para-Sport wieder an. Erst in der vergangenen Woche wurde die 31-Jährige offiziell klassifiziert und rückte bei den European Championships in München nach zwei Ausfällen direkt ins deutsche Boot. Bei den olympischen Athletinnen hatte sie im Zweier und Achter mehrere EM-Medaillen gewonnen.

Von den Ruderern des Deutschen Behindertensportverbandes hatte es neben dem Vierer auch Manuela Diening aufs Podest geschafft. Sie holte am Samstag im Einer Silber.

aho, sid

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