Champions League

Eintracht Frankfurt muss auf Mario Götze verzichten

Kamada rückt wohl eine Position nach vorne

Götze fällt aus: "Die Schmerzen sind zu groß"

Trainer Oliver Glasner (re.) muss gegen Tottenham auf Mario Götze verzichten.

Trainer Oliver Glasner (re.) muss gegen Tottenham auf Mario Götze verzichten. picture alliance/dpa

An der Wahrnehmung des kommenden Gegners hat sich für Oliver Glasner nichts geändert. Auch wenn Tottenham Hotspur am 2. Gruppenspieltag bei Sporting Lissabon mit 0:2 verloren hat. "Die Niederlage war sehr unglücklich. Wenn das Spiel noch mal gespielt wird, denke ich, wird Tottenham gewinnen. Für mich bleiben sie weiter Favorit in der Gruppe."

Was die Ausgangslage für Frankfurt nicht unkomplizierter macht. Ursprünglich galten Sporting und Olympique Marseille als die beiden Mannschaften, die der amtierende Europa-League-Sieger im Rennen um Platz 2 am ehesten würde hinter sich lassen können. Nach dem 0:3 gegen die Portugiesen zum Auftakt lässt sich feststellen: Der direkte Vergleich gegen Sporting ist praktisch nicht mehr zu gewinnen. Um realistische Chancen auf ein Überwintern in der Königsklasse zu erhalten, muss die Eintracht gegen Tottenham punkten.

Sow kehrt nach Schonung in der Liga auf die Doppelsechs zurück

Für Glasners Herangehensweise ist das allerdings ohnehin nicht relevant. "Ich sage immer dasselbe: Wir spielen auf Sieg", schmunzelte der Österreicher auf der Pressekonferenz am Montagmittag. Personell muss die Eintracht allerdings einen herben Rückschlag verkraften: Mario Götze, am Samstag gegen Union Berlin verletzt ausgewechselt, wird am Dienstagabend fehlen. Götze war mit dem rechten Fuß umgeknickt, fehlte auch am Montagvormittag im Abschlusstraining.

"Mario hat noch zu große Schmerzen im Sprunggelenk", gab Glasner zu Protokoll, "er wäre nicht bei 100 Prozent Einsatzfähigkeit." Das klingt immerhin danach, als wäre der Spielmacher im kommenden Ligaspiel beim VfL Bochum voraussichtlich wieder verfügbar. Gegen Tottenham dürfte ihn wohl Daichi Kamada ersetzen, der gegen Union noch auf der Doppelsechs zum Einsatz kam und jetzt eine Position nach vorne rücken kann. Im defensiven Mittelfeld wird dafür der gegen die Eisernen geschonte Djibril Sow an der Seite von Kapitän Sebastian Rode auflaufen.

Jakic ist wieder an Bord

Außerdem wieder an Bord: Der zuletzt wegen Hüftproblemen fehlende Kristijan Jakic. Der Kroate könnte folglich wieder auf der rechten Bahn übernehmen und Ansgar Knauff nach links rücken. Dort würden dann dem verbesserten aber weiterhin noch nicht voll austrainierten Luca Pellegrini zwei intensive Partien binnen vier Tagen erspart. Grundsätzlich ergebe sich aber noch keine Notwendigkeit, aus Gründen der körperlichen Frische zu rotieren, versichert Glasner.

Glasner pokert: "Eigentlich ist ein 4-3-3 meine Lieblingsoption…"

Die Systemfrage lässt der Coach indes bewusst offen. "Kann sein, dass wir bei der Dreierkette bleiben. Aber eigentlich ist ein 4-3-3 meine Lieblingsoption gegen ein 3-4-3, wie es Tottenham spielt. So wie es Arsenal jetzt in der Liga gegen sie gemacht hat." Die Gunners gewannen dabei prompt mit 3:1, dennoch dürfte es sich bei Glasners Aussagen eher um den Versuch handeln, sein Gegenüber Antonio Conte ein wenig zu verunsichern. Die jüngsten Auftritte sprechen schließlich eindeutig dafür, das bewährte System mit Dreierkette um den souveränen Abwehrchef Makoto Hasebe beizubehalten.

Thiemo Müller

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