Bundesliga

Trainer Glasners Fünf-Punkte-Schritt beim VfL Wolfsburg

Wolfsburg entwickelt sich in die richtige Richtung

Glasners Fünf-Punkte-Schritt

"Wir haben eine fantastische Hinrunde gespielt." Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner.

"Wir haben eine fantastische Hinrunde gespielt." Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner. imago images

Die Saison begann mit einem heftigen Rückschlag. Das Aus in der Europa-League-Qualifikation gegen AEK Athen (1:2) setzte den Beteiligten des VfL Wolfsburg ordentlich zu. Mannschaft und auch Trainer Oliver Glasner benötigten ein paar Tage, um diesen Schock zu überwinden. Die spannende Frage anschließend war: Hinterlässt das peinliche Scheitern auf internationaler Bühne auch sichtbare Spuren im Bundesliga-Alltag und im Zusammenwirken zwischen Trainer und Team? Die Antwort nach der beendeten Halbserie lautet eindeutig: Nein, ganz im Gegenteil.

Der VfL entwickelt sich unter dem Österreicher aktuell in die richtige Richtung, ist nicht mehr nur kompakt und aufgrund der Lauf- und Zweikampfstärke unangenehm für jeden Kontrahenten, sondern weiß mittlerweile auch mit dem Ball deutlich mehr anzufangen. Der Vergleich mit der Zwischenbilanz der Vorsaison weist einen Fünf-Punkte-Schritt des Glasner-Teams aus. Vor einem Jahr, in der Debütsaison des 46 Jahre alten Fußballlehrers, rangierten die Niedersachsen nach 17 Partien mit 24 Zählern und 18:18 Toren auf Platz 9. Nun ist die Defensive stabil geblieben, die Offensive hat sich gesteigert - wenngleich die Chancenverwertung (27,7 Prozent, Platz 13 in der Liga) ausbaufähig bleibt. Dennoch stellt Glasner überaus zufrieden fest: "Wir haben eine fantastische Hinrunde gespielt."

Neue Qualität durch die Sommerneuzugänge

Eine Mannschaft in der Entwicklung, die vier Sommerneuzugänge (Maxence Lacroix, Ridle Baku, Maximilian Philipp und Bartosz Bialek) haben die Qualität deutlich angehoben. "Es ist ein Prozess über eineinhalb Jahre", blickt der Trainer, der aus Linz kam, zurück. "Am Anfang haben wir versucht, unsere Defensive zu stabilisieren. Darunter hat sicherlich unser Offensivspiel gelitten." Wolfsburg tat sich schwer, nach vorne zu kommen, Tore zu schießen - trotz des Top-Torjägers Wout Weghorst. "Nach und nach haben wir Verhaltensweisen und Abläufe reinbekommen", freut sich der Coach, das gehe nach und nach in Fleisch und Blut über. "Wir entwickeln uns Stück für Stück weiter" - jeder einzelne Spieler und die Mannschaft als Ganzes.

Es ist nicht immer eine steile Kurve nach oben, wie ich es mir eigentlich wünschen würde.

Oliver Glasner

Mit natürlichen Rückschlagen, so gab es noch immer keinen Sieg gegen eine der Top-Mannschaften der Liga. "Es ist nicht immer eine steile Kurve nach oben, wie ich es mir eigentlich wünschen würde", sagt Glasner. "Damit kämpfe ich oft selber am meisten." Zum Rückrundenstart am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) kann ihn seine Mannschaft glücklich machen, wenn sie wiederholt, was ihr bereits im Vorjahr gelungen ist: ein Sieg in Leverkusen, im Mai gab es ein 4:1. "Es war eines der besten Spiele, seit ich hier bin." Und seitdem ist das Glasner-Team noch besser geworden ...

Thomas Hiete

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