Bundesliga

Eintracht Frankfurts Coach Glasner warnt vor Winter-Verkäufen

Frankfurt: Kamada wäre Ende August beinahe bei Benfica gelandet

Glasner warnt vor Winter-Verkäufen: "Wir brauchen diesen Kader und diese Qualität"

Frankfurts Coach Oliver Glasner will keinen Substanzverlust.

Frankfurts Coach Oliver Glasner will keinen Substanzverlust. IMAGO/HMB-Media

Die vergangene Transferperiode dürfte Glasner in keiner allzu rosigen Erinnerung geblieben sein. Wochenlang hatte er im Sommer seine Zuversicht bekundet, dass Filip Kostic bleibt - am 12. August wechselte der Linksaußen schließlich doch zu Juventus Turin.

Verlängert Kamada?

Auch kurz vor Transferschluss wird dem Trainer der Schreck in die Glieder gefahren sein. Wie der kicker aus mehreren Quellen erfuhr, waren für Daichi Kamada bereits Flugtickets nach Lissabon gebucht. Trainer Roger Schmidt lockte den Spielmacher zu Benfica Lissabon. Doch offenbar gelang es Glasner vor dem Auswärtsspiel in Bremen am 28. August, Kamada vom Verbleib zu überzeugen. Der Wechsel platzte und der Japaner stieg am 29. August nicht in den Flieger - ein Glück für die Eintracht. Kamada spielte in den vergangenen Monaten so gut und konstant wie noch nie, und die Eintracht hofft, dass der WM-Teilnehmer seinen auslaufenden Vertrag doch noch verlängert.

Kurz vor Ende des Transferfensters rückte außerdem Kevin Trapp in den Fokus von Manchester United, schlussendlich bekannte sich der Torhüter aber zur Eintracht. Glasner kündigte seinerzeit mit einem Schmunzeln an, sich nach dem Ende der Transferperiode am 1. September einen Bembel Apfelwein gönnen zu wollen. "Ich bin froh, wenn diese gefühlt sechsmonatige Transferzeit endlich vorüber ist", sagte der Österreicher.

Ähnlich äußerte er sich nun auch zu Wochenbeginn, den nächsten Bembel kündigte er für den 1. Februar an. "Ich weiß nicht, ob der Klub nachdenkt, wenn etwas ganz Unmoralisches daherkommt, aber wir brauchen diesen Kader und diese Qualität, um die drei Hochzeiten, auf denen wir noch tanzen, erfolgreich gestalten zu können", betont Glasner.

In der Liga will Frankfurt den 4. Platz verteidigen, in der Champions League den großen Favoriten SSC Neapel ärgern und im DFB-Pokal den aufstrebenden Nachbarn aus Darmstadt in die Schranken weisen. Kein Wunder, dass der Coach anmerkt: "Ich lese viel, da 100 Millionen und da 80 Millionen. Ich weiß, Frankfurt ist eine Bankenstadt, aber in erster Linie ist es unsere Aufgabe, sportlich erfolgreich zu sein - und nicht für die hohe Inflation gerüstet zu sein."

"Jetzt gibt es wieder zwei Monate dieses Thema"

Aktuell zeichnet sich kein Abgang eines Stammspielers ab, allerdings ruht der Transfermarkt während der WM auch noch. "Jetzt gibt es wieder zwei Monate dieses Thema, so wie sich das im Sommer elendslang hingezogen hat", ahnt Glasner. Umso besser wird ihm das Frankfurter Nationalgetränk Apfelwein am 1. Februar schmecken.

Julian Franzke

So viel Spielzeit sammeln die Eigengewächse der Bundesligisten - Union Schlusslicht