Bundesliga

Frankfurts Coach Glasner von Entwicklung positiv überrascht

Frankfurt: Keine Verletzten - Das Erfolgsrezept hinter der Belastungssteuerung

Glasner positiv überrascht: "Größerer Schritt als erwartet"

Derzeit alles im Lot: Frankfurts Trainer Oliver Glasner.

Derzeit alles im Lot: Frankfurts Trainer Oliver Glasner. imago images/Kessler-Sportfotografie

Im Grunde beginnt die Belastungssteuerung bei den Profis schon morgens nach dem Aufstehen. "Unsere Jungs füllen jeden Tag einen kleinen Fragebogen über ihr Handy aus. In vier Fragen geht es darum, wie sie sich fühlen", erklärt Glasner. Wenn beispielsweise bei dem einen oder anderen Familienvater der kleine Nachwuchs die ganze Nacht lang kräht, "bist du am nächsten Tag ein bisschen platt. Das ist wichtig zu wissen, um die Trainingsleistung einschätzen zu können", findet der Coach.

Software, Yoga, freie Tage - so vermeidet die Eintracht Verletzungen

Eine Software wertet die täglichen Rückmeldungen aus: "Ich hoffe immer auf viele grüne Lichter, denn dann fühlen sie sich gut. Es geht darum, Ausreißer nach oben und unten herauszufiltern." Ergänzt werden diese subjektiven Parameter durch objektive Werte, unter anderen die Creatinkinase, auf die schon der frühere Eintracht-Trainer Niko Kovac achtete. "Und natürlich haben wir alle physischen Daten von jedem Training und Spiel", fährt Glasner fort, "aus den subjektiven und objektiven Parametern gewinnen wir ein ganz gutes Bild. Es hilft ja nichts, wenn der objektive Parameter sagt: Du bist in einem super Zustand, fühlst dich aber völlig kaputt. Beides muss zusammenpassen." Die individuelle Belastung wird dementsprechend permanent koordiniert. Dazu passt auch, dass den Nationalspielern zuletzt nach der Rückkehr von den Länderspielen zwei Tage zur Erholung freigegeben wurde.

Anfang Dezember steht der gesamte Kader zur Verfügung

Doch das ist noch nicht alles, für die bessere Beweglichkeit bietet der Klub inzwischen auch Yogakurse an. Durch den Umzug ins neugebaute Profi-Camp habe man außerdem "auch bei der Ernährung alle Möglichkeiten, die Jungs sehr gut zu versorgen", berichtet der Coach. Das Ergebnis all dieser Maßnahmen kann sich sehen lassen: "Es ist eine außergewöhnliche Situation, Anfang Dezember den gesamten Kader zur Verfügung zu haben. Großes Kompliment an unsere athletische und medizinische Abteilung."

Im spielerischen Bereich und in puncto Balance haben wir vielleicht sogar einen größeren Schritt nach vorne gemacht als erwartet.

Oliver Glasner

Dementsprechend kann Glasner am Samstag in Sinsheim seine stärkste Elf aufs Feld schicken. Gut möglich, dass er im Vergleich zu den vergangenen drei Partien keine Änderungen vornehmen wird. "In den letzten drei Spielen bin ich sehr positiv überrascht worden von der Mannschaft. Im spielerischen Bereich und in puncto Balance haben wir vielleicht sogar einen größeren Schritt nach vorne gemacht als erwartet", konstatiert der 47-Jährige erfreut, schiebt aber sogleich eine Mahnung hinterher: "Das heißt nichts für die restlichen fünf Pflichtspiele bis Weihnachten. Wir müssen uns an jedem Spieltag beweisen. Ich hatte diese Woche im Training den Eindruck, dass die Spieler sehr konzentriert sind und das verinnerlicht haben."

Glasner sieht in Hoffenheim einen CL-Kandidaten

Bei der TSG erwartet er "ein äußerst schwieriges Auswärtsspiel", Hoffenheim verfüge "speziell in der Offensive über unglaublich viele unterschiedlich Waffen". Auch im Ligavergleich sieht er den kommenden Gegner weit vorne. "Das ist eine sehr gute Mannschaft, die um die Champions-League-Plätze mitspielen wird, davon bin ich überzeugt", sagt Glasner.

Dabei will er seine eigene Mannschaft keineswegs kleinreden. "Wir sind in einer sehr guten Verfassung", betont der Österreicher und verweist auf die durch die jüngsten Siege immer breiter gewordene Brust: "Unser größter Hebel in den letzten Spielen war das Selbstvertrauen." Die Vorzeichen stimmen also, zumal Frankfurt die letzten sechs Spiele gegen Hoffenheim allesamt gewann. Derlei Statistiken traut Glasner allerdings nicht über den Weg: "Das ist wie bei Aktienkursen. Die Vergangenheit sagt nichts über die Zukunft aus."

Julian Franzke

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