Bundesliga

Glasner: "Lammers weiß, dass er noch Luft nach oben hat"

Frankfurt: Große Auswahl in der Offensive

Glasner: "Lammers weiß, dass er noch deutlich Luft nach oben hat"

Performt noch nicht zur vollsten Zufriedenheit seines Trainers: Sam Lammers (li.).

Performt noch nicht zur vollsten Zufriedenheit seines Trainers: Sam Lammers (li.). imago images/Kessler-Sportfotografie

Glasners Auswahlmöglichkeiten in der Offensive sind ungeachtet der phasenweise noch fehlenden Durchschlagskraft groß. Sollte er sich im Heimspiel gegen Hertha für zwei echte Spitzen entscheiden, könnte die Wahl auf Goncalo Paciencia und Sam Lammers fallen. Rafael Borré war noch in der Nacht zum Freitag für Kolumbien im WM-Qualifikationsspiel gegen Ecuador (0:0) knapp eine Stunde im Einsatz.

Glasner bringt auch Ache ins Spiel

Der Neuzugang von River Plate ist zwar Stammspieler, dürfte angesichts der Strapazen aber eher als Joker zum Zug kommen. "Es ist eine Option, mit Sam und Goncalo zu spielen, aber es ist auch eine Möglichkeit, Ragnar Ache mit seinem Tempo und Tiefgang zu bringen", sagt Glasner. Der Coach verweist außerdem auf Daichi Kamada, der "um eine Spitze herumspielen" könne. Zudem hebt er die offensiv variabel einsetzbaren Jesper Lindström und Jens Petter Hauge lobend hervor. Beide sind jedoch ebenso wenig wie Kamada gelernte Stürmer.

Wie der Trainer die Puzzleteilchen in der Offensive zusammensetzt, hängt auch von der Grundordnung ab. Behält er die Dreier-/Fünferkette in der Abwehr bei, bietet sich in Ballbesitz ein 3-5-2 an. So könnten nicht nur zwei echte Spitzen, sondern auch Kamada als Kreativgeist dahinter auflaufen. Kehrt er zur Viererkette zurück (4-2-3-1 oder 4-4-2), würden wiederum Hauges und Lindströms Aktien steigen. Einer der beiden käme dann wohl auf dem rechten Flügel als Pendant zu Kostic zum Zug.

Losgelöst von einzelnen Personalien sieht Glasner weiterhin eine Menge Luft nach oben. Da sich seit Saisonbeginn englische Wochen mit Länderspielpausen abwechseln, gibt es für ihn nur "wenige Möglichkeiten, intensiv zu trainieren". Trotzdem habe es die Mannschaft bisher "ordentlich gemacht", meint der Österreicher und konstatiert: "Wir wissen, dass wir in vielen Bereichen noch Verbesserungspotenzial haben. So soll es auch sein, denn sonst wüsste ich eh nicht mehr, was ich tun sollte…"

Das Potenzial der Neuzugänge - Die Abhängigkeit von Kostic

Ein Urteil darüber zu treffen, wie stark der Kader tatsächlich ist, fällt weiterhin schwer. Das liegt vor allem daran, dass die aus internationalen Ligen verpflichteten Offensivspieler Borré, Lammers, Hauge und Lindström sowie Sechser Kristijan Jakic derzeit noch einen normalen Anpassungsprozess durchlaufen. Das bedeutet aber auch: Wie viel Potenzial das Trainerteam in den kommenden Monaten aus den Neuzugängen herauskitzeln kann, lässt sich nicht seriös einschätzen.

Das zeigt auch das Beispiel Lammers, der vergangene Saison bei Atalanta Bergamo nur geringe Spielzeiten erhielt und obendrein zeitweise an einer Schulterverletzung laborierte. "Wenn man sich bei Sam das Kalenderjahr ansieht, stellt man fest, dass er ganz wenig gespielt hat. Es ist schwierig für ihn, aber er findet sich mit den Aufgaben immer besser zurecht. Er weiß auch, dass er noch deutlich Luft nach oben hat", erläutert Glasner. Der Coach bemängelt die zu häufigen Ballverluste des Niederländers, schätzt den 24-Jährigen aber als "technisch ganz feinen Spieler" und betont: "Er hat schon gezeigt, dass er für uns Tore machen kann."

Gegen Fenerbahce (1:1) und Wolfsburg (1:1) erzielte Lammers seine ersten beiden Treffer für Frankfurt. Auch Borré steht erst bei einem Bundesligator. Die Abhängigkeit von Kostic ist deshalb aktuell groß. Mit zwei Toren und drei Assists ist der Linksaußen an 62,5 Prozent der Bundesligatore unmittelbar beteiligt; vergangene Saison waren es 30,4 Prozent (21 von 69).

Julian Franzke

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