Bundesliga

Frankfurts Glasner: "Im Strafraum haben wir großes Verbesserungspotenzial"

Frankfurt: Paciencia glänzt mit einer erstaunlichen Tor-Kopie

Glasner: "Im Strafraum haben wir großes Verbesserungspotenzial"

Oliver Glasner zeigt es an: Im eigenen Strafraum muss sich die Eintracht verbessern.

Oliver Glasner zeigt es an: Im eigenen Strafraum muss sich die Eintracht verbessern. imago images/Jan Huebner

Als Paciencia in der vierten Minute der Nachspielzeit in die Luft stieg und eine Kostic-Flanke von links präzise ins rechte Toreck köpfte, weckte das unweigerlich Erinnerungen an den Abend des 11. April 2019. Damals lag die Eintracht im Europa-League-Viertelfinale bei Benfica Lissabon beinahe hoffnungslos 1:4 zurück, als der Portugiese nach einem Eckball von rechts aus nahezu identischer Position ein herrliches Kopfballtor zum 2:4-Endstand erzielte und damit den Grundstein zur Aufholjagd im Rückspiel legte. Im Waldstadion reichte den Hessen eine Woche später wegen der Auswärtstorregel ein 2:0, um ins Halbfinale einzuziehen. Die Tore sind deshalb so außergewöhnlich, weil Paciencia einige Meter links vom Elfmeterpunkt das weiter entfernte rechte Eck anvisierte und den Torhütern durch die perfekte Flugkurve des Balls keine Chance ließ. "Das war ein richtig schwieriger Kopfball. Wie er den fast ein bisschen im Rückwärtslaufen setzt, war fantastisch", schwärmt Glasner.

Verletzung stoppte Paciencia

Paciencia befand sich bereits beim 3:1 gegen Olympiakos Piräus vor fünf Wochen auf dem "aufsteigenden Ast" (Glasner), verletzte sich jedoch anschließend in Bochum (0:2) am Oberschenkel. Erst in der vergangenen Woche wurde der Stürmer nach und nach ins Mannschaftstraining integriert, ein Einsatz von Beginn an wäre nach nur drei kompletten Einheiten mit dem Team aber wohl noch zu früh gekommen. Der Trainer brachte Paciencia in der 90. Minute - spät, aber nicht zu spät, um für den viel umjubelten 2:2-Ausgleich zu sorgen. "Es freut mich, dass Goncalo der Mannschaft helfen konnte", sagt der Coach.

Das Offensivspiel insgesamt stellt ihn weniger zufrieden. "Wir sind zu häufig über die Außen gekommen, und dann waren vielleicht zwei Spieler im Strafraum. Das ist zu wenig. Diese Räume müssen wir uns erlaufen, am besten ersprinten, um in Abschlusssituationen zu kommen", fordert Glasner und konstatiert: "Beim Tor in der 94. Minute waren wir mit vier Spielern im Strafraum..." Ansonsten sei jedoch meist "immer noch ein bisschen zu wenig Personal im Strafraum". Der Coach verweist unter anderem darauf, dass die Außenspieler Timothy Chandler und Filip Kostic zwar die beiden Treffer vorbereiteten, im Sechzehner aber keine Abschlüsse verzeichneten. Fazit: "Mit dem Ball haben wir bis zu den letzten 20 Metern sehr gut gespielt. Doch im Strafraum haben wir immer noch großes Verbesserungspotenzial, was unsere Laufwege angeht. Das können, sollen und werden wir noch besser machen."

Die nächste Aufgabe gegen "physisch wahrscheinlich beste Mannschaft"

Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am Sonntag im Heimspiel gegen Union Berlin (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker). "Ich erwarte ein sehr intensives, zweikampfbetontes Spiel. Wichtig wird sein, dass wir die Lücken, die nicht so groß sind, finden, Union in der Defensive vor Probleme stellen und immer gut abgesichert sind, um in möglichst wenige Konter zu laufen", führt Glasner aus. Union schätzt er als "die physisch wahrscheinlich beste Mannschaft in der Bundesliga, die auch bei Standardsituationen sehr gefährlich ist" ein.

Außerdem warnt er vor dem "blitzschnellen" Umschalten der Berliner. Damit es mit dem ersten Bundesliga-Heimsieg unter Glasner klappt, wird die Mannschaft über 90 Minuten gesehen konstanter spielen müssen als gegen Royal Antwerpen. Vor allem in der zweiten Hälfte gerieten die Abstände auf dem Feld viel zu groß, was dazu führte, dass die Mannschaft nicht mehr so guten Zugriff in den Zweikämpfen hatte wie noch vor der Pause. Hinzu kamen Ungenauigkeiten beim Abspiel. "Wir haben die Bälle zu schnell hergeschenkt", kritisiert Glasner. Das sollte gegen Union lieber nicht passieren, andernfalls könnten der "extrem schnelle Taiwo Awoniyi" und der "extrem intelligente Max Kruse" - beide Offensivkräfte hob Glasner explizit hervor - die Eintracht eiskalt auskontern.

Julian Franzke

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