Bundesliga

Oliver Glasner: "Hier war ein bisschen was los"

Negative Corona-Tests in Wolfsburg - Der Trainer nach der Konflikt-Woche

Glasner: "Hier war ein bisschen was los"

VfL-Trainer Oliver Glasner gab am Rande des Testspiels gegen Hannover einen Einblick in die vergangene Woche in Wolfsburg.

VfL-Trainer Oliver Glasner gab am Rande des Testspiels gegen Hannover einen Einblick in die vergangene Woche in Wolfsburg. imago images

Alleine die Tatsache, dass der VfL Wolfsburg am Freitag eine Pressemittelung herausgab über den, so die Vereinsformulierung, "konstruktiven Austausch" der sportlichen Führung, zeigt, welch große Bedeutung dieser eigentlich selbstverständliche Vorgang auch beim Klub hatte. Zuletzt hatten die Niedersachsen der Öffentlichkeit schließlich nicht mehr viel mitgeteilt, weder die Verpflichtung einer neuen Marketing-Chefin (Verena Kögler) noch die Vertragsverlängerung von Geschäftsführer Jörg Schmadtke (bis 2022). Nun aber gab's immerhin etwas über das Zusammentreffen der sportlich Verantwortlichen, die zuletzt öffentlich aneinandergeraten waren.

Gespräch von Freitag bleibt "intern"

Glasner hatte zunächst freimütig über verpasste Transferziele geplaudert und verriet obendrein mit Jacob Bruun Larsen bis dato unbekannte Wunschspieler der Vergangenheit, Schmadtke gab in seiner Rolle als Chef Contra, erinnerte seinen leitenden Angestellten daran, dass dieser nicht im "Phantasialand" sei und vermutete eine große Unzufriedenheit bei seinem Trainer. Wie und was alles am Freitag auf den Tisch kam, bleibt ein Geheimnis. Man werde, so teilte es der VfL mit, den Inhalt des Gesprächs "intern behandeln".

Wie hat Glasner nun die vergangene Woche erlebt, als er sich, ob ganz bewusst oder nicht, ins Zentrum der Kritik begab und angesichts seines Tabubruchs, so die interne Bewertung, gar eine sofortige Entlassung einkalkulieren musste? "Hier war ein bisschen was los", sagte der Österreicher am Samstag am Rande des Testspiels des VfL bei Hannover 96 (0:0) im Gespräch mit dem kicker, "es wurde nicht ganz so langweilig." Über die Unterredung mit seinen Chefs, da hält er sich nun an die Vorgaben, wolle er nicht reden. "Wir haben bewusst gesagt, dass wir uns dazu nicht äußern", erklärt Glasner. "Unser Blick ist nach vorne gerichtet."

Glasner hofft auf negative Coronatests nach den Länderspielen

Und die Aussichten sind dabei gar nicht so verkehrt. Ungeschlagen und mit elf Punkten rangiert der VfL nach sieben Spieltagen auf Platz sechs, die nächsten drei Partien (Schalke, Bremen, Köln) lassen berechtigte Hoffnung zu, dass sich der VfL im oberen Tabellendrittel festsetzen kann. Und: Nachdem bei der TSG Hoffenheim, dem Gegner beim 2:1-Sieg am vergangenen Sonntag, zahlreiche positive COVID-19-Fälle aufgetreten waren, verliefen die Tests in Wolfsburg in dieser Woche bislang alle negativ. "Ich zittere jetzt mit den Nationalverbänden", betont Glasner beim Blick auf seine zehn Länderspielreisenden. "Wir hoffen, dass Mitte der Woche alle mit einem positiven Spiel- und einem negativen Coronatest zurückkehren."

Thomas Hiete