Bundesliga

Eintracht Frankfurt, Glasner: "Nicht zehn Stunden durchpauken"

Frankfurt: Aufbruch zur Japan-Tour - Erleichterung über lange Pause

Glasner: "Du kannst nicht zehn Tage à zehn Stunden in der Schule durchpauken"

Noch ist nicht Urlaubszeit: SGE-Trainer Oliver Glasner.

Noch ist nicht Urlaubszeit: SGE-Trainer Oliver Glasner. IMAGO/Revierfoto

Neben den sechs WM-Teilnehmern (Götze, Trapp, Kamada, Jakic, Lindström, Sow) bestreiten auch Rafael Borré (Kolumbien) und Hrvoje Smolcic (U 21 Kroatien) Länderspiele. Die Eintracht wiederum absolviert vor Weihnachten noch vier Testspiele: Am Mittwoch bei den Urawa Red Diamonds (11.30 Uhr), am Samstag bei Gamba Osaka (6 Uhr), am 2. Dezember gegen SV Sandhausen (Uhrzeit offen) und am 9. Dezember bei Atalanta Bergamo (20 Uhr). Erst danach geht es in den wohlverdienten gut dreiwöchigen Urlaub, ehe am 3. Januar die Vorbereitung aufgenommen wird.

Jetzt können wir uns alle ein bisschen erholen, um dann den nächsten Anlauf zu nehmen, um den nächsten Gipfel zu erklimmen.

Oliver Glasner

Trainer Oliver Glasner ist froh über die lange Pause, selbst auf die Nationalspieler wartet ein ungewöhnlich langer Winterurlaub. "Wer Kinder hat, der weiß es: Du kannst nicht zehn Tage à zehn Stunden in der Schule sitzen und durchpauken, irgendwann geht nichts mehr rein. Das ist jetzt auch so. Die Partie in Mainz war das 48. Spiel in diesem Jahr. Die Jungs haben immer noch frisch und aufnahmefähig gewirkt. Aber irgendwann wäre das nicht mehr möglich gewesen", ahnt der Coach. "Deswegen glaube ich, dass es gut ist, ein bisschen runterzufahren. Eine Entwicklung nach oben geht eigentlich nie in einer Geraden, sondern immer in kleinen Wellen. Jetzt können wir uns alle ein bisschen erholen, um dann den nächsten Anlauf zu nehmen, um den nächsten Gipfel zu erklimmen."

Ich glaube, unsere durchschnittliche Trainingsdauer in den letzten zwei Monaten lag bei 35 Minuten.

Oliver Glasner

Freude auf Erholung, aber auch mehr Trainingszeit

Die Voraussetzungen sind geschaffen, um auch im neuen Jahr die eine oder andere alpine Tour zu meistern: Frankfurt überwintert auf Platz 4 und steht im Achtelfinale der Champions League und des DFB-Pokals. "Wir gehen mit einem sehr guten Gefühl in die WM-Pause", betont Glasner. Neben dem Faktor Erholung freut sich der Österreicher auch auf mehr Trainingszeit. Der Coach verweist darauf, dass die Nationalspieler zehn englische Wochen in Folge hinter sich haben und verrät: "Ich glaube, unsere durchschnittliche Trainingsdauer in den letzten zwei Monaten lag bei 35 Minuten." Umso höher sind die Leistungen zu bewerten. "Auch für mich war das eine neue Erfahrung: Wie kannst du dich als Mannschaft und als Einzelner fast ohne Trainingszeit entwickeln?" Der Input sei fast ausschließlich über Videoanalysen erfolgt. "Ich nehme mit, dass auch das dazu führen kann, dass du dich weiterentwickelst. Wir wussten nicht, wie das funktioniert", räumt der Trainer ein und lobt: "Die Spieler haben aufmerksam zugehört, das ist ihr großer Verdienst."

Rode: "Ich glaube, die Wade ist kaputt"

Im neuen Jahr wird Glasner vermehrt normale Trainingswochen vorfinden, auch wenn die Bundesliga mit einer englischen Woche beginnt. "Das wollen wir nutzen, um weiter an unserer Spielidee zu feilen, vor allem an unserem Defensivverhalten", kündigt Glasner an, "wenn wir einen Makel finden, dann sind das die vielen Gegentore." Bis im Januar die Vorbereitung beginnt, dürfte auch Sebastian Rode wieder fit sein. Der Kapitän verletzte sich in Mainz an seiner bereits zuletzt lädierten Wade. "Ich glaube, die Wade ist kaputt. Letzte Woche hatte ich eine Zerrung, in Mainz war es auf Kante, dass ich dabei war, jetzt sticht es aber leider mehr. Es ist ärgerlich, dass es mit einer Verletzung in die Pause geht", erklärt der Mittelfeldkämpfer. Die Marketing-Tour nach Japan, die an diesem Montag beginnt, macht der 32-Jährige dennoch mit.

Julian Franzke

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