Bundesliga

Glasner: "Sie fahren nicht easy cheesy von Bochum zurück"

Eintracht-Coach verteidigt sein Team, indem er Selbstverständliches betont

Glasner: "Die Jungs fahren nicht easy cheesy von Bochum zurück"

Er stellt sich vor die Spieler: Frankfurts Trainer Oliver Glasner.

Er stellt sich vor die Spieler: Frankfurts Trainer Oliver Glasner. imago images

Als die Eintracht - gemessen an der Punktzahl - letztmals so schwer in eine Saison startete, saß noch Friedhelm Funkel auf der Trainerbank. In der Saison 2005/06 war das, seinerzeit standen die Hessen als Aufsteiger nach dem neunten Spieltag mit sieben Zählern und Platz 16 gar noch einen Tick schlechter da. Dass man so weit zurückgehen muss, verdeutlicht den Ernst der Lage. Bisher scheuen die Verantwortlichen um Trainer Oliver Glasner und Sportvorstand Markus Krösche allerdings noch davor zurück, den Abstiegskampf auszurufen.

Wir raufen uns alle die Haare, auch die Spieler.

Oliver Glasner

Vielmehr nahm Glasner seine Spieler auf der Pressekonferenz am Donnerstag auffallend in Schutz. Dabei betonte er Selbstverständliches, etwa: "Ich stehe zu 100 Prozent dazu, dass die Spieler in jedem Spiel alles geben." Er sei weit weg davon, den Profis einen Vorwurf zu machen. Das klang kürzlich noch ganz anders, erinnert sei nur an die denkwürdige Pressekonferenz nach der Heimniederlage gegen Hertha BSC. Nun erklärte Glasner: "Wir raufen uns alle die Haare, auch die Spieler. Die Jungs fahren nicht easy cheesy von Bochum zurück und haben einen großen Spaß. Die beschäftigt das genauso. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass das wirklich gute Jungs sind, die alles für den Erfolg der Eintracht geben." Auch das sollte im hochbezahlten Profifußball eine Selbstverständlichkeit sein, die keiner besonderen Betonung bedarf.

"Die Jungs wollen manchmal zu viel"

Was genau bei seiner "Ursachenforschung" mit der Mannschaft herauskam, wollte Glasner nicht preisgeben. "Das war eine etwas längere Besprechung, und die bleibt dann auch bei uns drinnen", meinte er lapidar. Einen Aspekt führte er dann aber doch aus. "Die Jungs wollen manchmal zu viel. Kristijan Jakic ist links vorne, rechts hinten, geht ins Kopfballduell für den Innenverteidiger, der will plötzlich alles machen. Aber dabei bleibt seine Kernaufgabe vielleicht ein Stück weit auf der Strecke", monierte der Coach. Er sprach von Konfusion im Spiel, was kein gutes Zeichen ist, und konstatierte: "Wir vergessen unsere eigentlichen Aufgaben." Das ist Ende Oktober keine wirklich beruhigende Bestandsaufnahme.

Nichtsdestotrotz ist es natürlich gut möglich, dass es der Mannschaft am Samstag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Leipzig wieder leichter fallen wird, an die Leistungsgrenze zu kommen. Zu Hause sind die Hessen gegen RB noch ungeschlagen, die Underdog-Rolle scheint ihnen zu liegen. "Es ist offensichtlich nicht ganz neu, dass wir uns gegen stärkere Mannschaften etwas leichter tun", findet auch Glasner, der prompt versichert: "Die Spieler unterschätzen die anderen Gegner nicht. Es ist eher so, dass sie sich in diesen Spielen ein bisschen zu viel Druck machen." Das mag sein, erklärt aber auch nicht die von Glasner explizit kritisierte schlechte Zweikampfbilanz beim Spiel in Bochum.

Julian Franzke

Borussia Dortmund: Irgendwann mehr als Europas Talentschmiede?

alle Videos in der Übersicht