3. Liga

"Gladiator" Franz bremst Euphorie beim FCM

Magdeburg: Ex-Profi erinnert sich an Frankfurter Absturz

"Gladiator" Franz bremst Euphorie beim FCM

Geht seine Aufgabe hochmotiviert an: Maik Franz (hier im Gespräch mit Coach Jens Härtel).

Geht seine Aufgabe hochmotiviert an: Maik Franz (hier im Gespräch mit Coach Jens Härtel). imago

"Ich habe Fußball geliebt und gelebt, war fast 15 Jahre Profi, wollte unbedingt nochmal zurückkehren. Jetzt ist gewiss, dass ich nie wieder auf dem Platz stehen werde, wenn 60.000 Zuschauer ein Stadion zum beben bringen", erklärte Franz vor einem Jahr via facebook sein Karriereende. Nicht selten hatte er auch alle Zuschauer dabei gegen sich, denn Auseinandersetzungen scheute er nie. Man denke dabei an Mario Gomez, der Iron-Maik, wie auch Franz' Website heißt, in seiner Stuttgarter Zeit einst als "Arschloch" bezeichnete.

Im Interview mit DFB.de erzählt Franz nun, dass die Anfeindungen stets an ihm abgeprallt seien. "Wenn ich ins Stadion eingelaufen bin und 50.000 Menschen mich beschimpft haben, hat mich das noch heißer gemacht. Wenn du dann am Ende mit den drei Punkten den Platz verlässt, fühlst du dich wie ein Gladiator. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich jetzt davon erzähle."

1. FC Magdeburg - Vereinsdaten
1. FC Magdeburg

Gründungsdatum

22.12.1965

Vereinsfarben

Blau-Weiß

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Doch nun wird es ruhiger, er soll im Hintergrund die Fäden ziehen. Eine Rückkehr als Spieler zum FCM war zwar angedacht, doch der Körper machte nicht mehr mit. "Ich war einfach nicht fit. Ich war vielleicht bei 70 oder 80 Prozent. Aber wenn ich nicht 100 Prozent geben kann, dann bin ich nicht der Maik Franz, den alle kennen", erzählt er. In Magdeburg soll der ehemalige Verteidiger ein Scouting-System aufbauen und parallel studiert er Sportmanagement.

Franz: Elf Punkte bis zum Klassenerhalt

Die Ziele beim FCM sieht er trotz der tollen Leistungen unverändert. Der Verein müsse einen Schritt nach dem anderen machen. Und der erste Schritt ist der zum Klassenerhalt. Der 34-Jährige rechnet vor, dass dazu noch elf Punkte fehlen. "Erst mal ist es wichtig, dass der Verein sich in der 3. Liga etabliert. Danach können wir uns über alles andere unterhalten", unterstreicht er deshalb.

Denn Franz weiß, wie schnell sich der Wind im Fußball drehen kann. Die Erlebnisse aus Frankfurt sitzen noch tief. Nach einer tollen Vorrunde stürzte die Eintracht 2010/11 ab, gewann nur noch ein Spiel in der Rückrunde und musste den Gang in die 2. Liga antreten. "Das war extrem bitter", sagt Franz, der sich in dieser Zeit zudem verletzte, in der Rückschau. Für ihn selbst folgte der Wechsel zu Hertha BSC. In Berlin hatte er mit vielen Verletzungen (Kreuzbandriss, Schulterverletzung, Knorpelschaden) zu kämpfen, ehe er dann seine Karriere beenden musste. Jetzt startet seine zweite Karriere dort, wo einst alles begann.

tru