Bundesliga

Gladbachs Torwart Nicolas und die Rückkehr zum Vergessen

Borussias Torhüter erlebt eine Rückkehr zum Vergessen

Gladbachs Nicolas: "Wussten, dass sie das Messer zwischen den Zähnen haben werden"

Musste an alter Wirkungsstätte dem Ball dreimal hinterherschauen: Moritz Nicolas.

Musste an alter Wirkungsstätte dem Ball dreimal hinterherschauen: Moritz Nicolas. IMAGO/Nordphoto

Moritz Nicolas betrat Neuland am Samstag. Obwohl der Torhüter in der Saison 2019/20 bei Union Berlin unter Vertrag stand und im Trikot der Eisernen damals auch seine Bundesligapremiere feierte, wusste er bis jetzt noch nicht, wie sich ein Pflichtspiel im Stadion An der Alten Försterei wirklich anfühlt zwischen den Pfosten. Sein Erstligadebüt hatte Nicolas schließlich auswärts gegeben - in Sinsheim im Juni 2020, beim 0:4 bei der TSG Hoffenheim. "Ich kannte die Atmosphäre ja nur von der Bank. Es war cool, ein paar Jahre später zurückzukommen und zu spielen. Aber ich hatte mir natürlich drei Punkte gewünscht", sagte Nicolas nach dem Abpfiff.

14. Spieltag

Dass die Borussen in Berlin komplett untergingen, daran hatte Nicolas noch den geringsten Anteil. Stark vor allem seine Paraden gegen Jerome Roussillon kurz vor der Halbzeit und Kevin Volland direkt nach dem Seitenwechsel. Beim Weitschuss von Benedict Hollerbach zum 0:2 sah Nicolas nicht glücklich aus; allerdings schien ihm auch die Sicht ein wenig versperrt.

Enttäuscht wie alle Borussen trat Nicolas die Heimreise nach Mönchengladbach an. "Wir wussten, dass Union eine gallige Mannschaft ist und dass sie das Messer zwischen den Zähnen haben werden. Wir haben es leider nicht so umgesetzt bekommen wie wir uns das vorgestellt haben. Man hatte auf dem Platz immer das Gefühl, dass bei Union mehr geht. Wir können es besser und wollen das gegen Werder Bremen zeigen", sagte der Schlussmann.

Vor Bremen muss allerdings noch eine ausführliche Aufarbeitung der Vorstellung vom Samstag folgen. Nach der jüngsten Erfolgsserie (fünf Siege und nur eine Niederlage aus den sieben Pflichtspielen vor Union) war es dieses Mal eine schwer verdauliche Leistung, die die Fohlenelf ablieferte. Sogar ein Rückschlag der Marke Köln (1:3), als die Mannschaft total neben der Spur lief. "Wir haben von Anfang an unser Spiel nicht auf den Platz bekommen - sowohl mit als auch gegen den Ball. Entsprechend sind wir mit unserer Leistung auch nicht zufrieden", sagte Trainer Gerardo Seoane.

Sportdirektor Nils Schmadtke befand: "Wir haben das Spiel nicht so angenommen, wie wir es hätten tun müssen. Gerade im Spielaufbau waren wir viel zu unsauber. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Wir haben immer wieder betont, dass es mit unserer jungen Truppe Rückschläge geben wird - und jetzt ist es hier bei Union Berlin passiert. Wir müssen diese Niederlage aufarbeiten und dann wieder zu unserer alten Stärke und auf unseren Weg zurückkehren."

Gladbachs "Schlusslicht-Krise"

Die Gladbacher "Schlusslicht-Krise" geht also weiter. Kaum zu glauben: Viermal trat die Fohlenelf in dieser Saison schon gegen den Tabellenletzten (Darmstadt, Mainz, Köln, Union) an - und holte in diesen Begegnungen nur zwei von zwölf möglichen Punkten.

Jan Lustig

Bilder zur Partie 1. FC Union Berlin gegen VfL Borussia Mönchengladbach