DFB-Pokal

Gladbachs Chiarodia: Komplizierte Premiere, großes Potenzial

Borussias Verteidigertalent feierte Startelf-Debüt

Gladbachs Chiarodia: Komplizierte Premiere, großes Potenzial

Nach sechs Joker-Einsätzen gegen Wolfsburg erstmals von Beginn an: Fabio Chiarodia.

Nach sechs Joker-Einsätzen gegen Wolfsburg erstmals von Beginn an: Fabio Chiarodia. IMAGO/RHR-Foto

Die Überraschung hielt sich in Grenzen, als der Name Fabio Chiarodia im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den VfL Wolfsburg in der Gladbacher Aufstellung auftauchte. Bei der Borussia hält man sehr große Stücke auf das Abwehrtalent, das im Sommer für zwei Millionen Euro von Werder Bremen geholt wurde. Das Startelf-Debüt war die logische Folge nach zuvor sechs Teileinsätzen in der jüngeren Vergangenheit - möglich machte es dann der erneute Ausfall von Max Wöber (erkrankt), der Nummer 1 auf Chiarodias Paradeposition links in der Innenverteidigung.

Der hochveranlagte Linksfuß feierte bei seinem 120-minütigen Einsatz am Dienstagabend eine Premiere mit Licht und Schatten. War ihm zu Beginn des Spiels die Nervosität deutlich anzumerken, fuchste sich Chiarodia in die Begegnung. Insgesamt 138 Ballaktionen bedeuteten sogar einen Rekord: Nie war im DFB-Pokal seit Erfassung der Daten ein Spieler mit diesem Wert jünger.

Spielbericht

Allerdings sorgte eine dieser Ballaktionen auch für die größte Schrecksekunde auf Gladbacher Seite: Ein Querschläger in der Nachspielzeit endete beinahe mit dem Wolfsburger Siegtreffer, doch Jonas Wind verzog. So gehörte Chiarodia nach dem Weiterkommen zu den glücklichsten Borussen am Dienstagabend.

Kritik und Ansporn von Trainer Seoane

"Man hat ihm angemerkt, dass er nicht ganz so sicher wie im Training war. Es ist etwas anderes, ob es ein Training ist, man zehn Minuten in ein Spiel reinkommt oder von Beginn an spielt, wo man sich von Anfang an mit dem Spiel beschäftigen muss und vor Augen hat, dass im Pokal ein Fehler das Ausscheiden bedeuten kann", sagte Fohlen-Coach Gerardo Seoane. Chiarodia könne aus der Startelf-Erfahrung jedenfalls "extrem viel mitnehmen", erklärte der VfL-Coach weiter. "Ich war zufrieden mit ihm. Aber wir sehen auch, dass wir schon noch viel Arbeit vor uns haben. Die Leistung an sich war weniger gut als Fabio eigentlich spielen kann. Aber das ist auch normal gegen so starke Stürmer."

Am Samstag im Auswärtsspiel bei Union Berlin (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) ist die Rückkehr von Wöber zu erwarten. Für Chiarodia dürfte das Comeback des österreichischen Nationalspielers bedeuten, sich wieder für einen Teileinsatz als Einwechselspieler bereit zu halten.

Jan Lustig

Späte Entscheidung: Koné-Kopfball knockt Wolfsburg aus

alle Videos in der Übersicht