Bundesliga

Gladbach und die "Kluft" zu den Fans

Kaum Freude trotz des Last-Minute-Ausgleichs

Gladbach und die "Kluft" zu den Fans

Unmut in der Kurve: Viel Frust bei den Fans von Gladbach.

Unmut in der Kurve: Viel Frust bei den Fans von Gladbach. IMAGO/Langer

Kein kollektiver Jubel im Gästeblock nach Lars Stindls Last-minute-Ausgleich zum 3:3. Stattdessen Schweigen von einem größeren Teil der mitgereisten VfL-Anhänger und sogar deutliche Unmutsäußerungen Richtung Mannschaft, auch nach dem Schlusspfiff. Dazu das während des Spiels gut sichtbare Plakat („Kein Kampf, kein Wille, kein Charakter - ihr seid eine Schande für Stadt und Verein!“) vor dem Block mit den mitgereisten VfL-Anhängern. Bei der Borussia, das zeigen die Momente des Samstags in Freiburg, ist in den vergangenen Monaten nicht nur sportlich einiges zu Bruch gegangen. Es herrscht Enttäuschung, Frust und sogar Wut beim Anhang. Umso mehr seit der bitteren 1:3-Derbyniederlage gegen den 1. FC Köln.

Ratschläge von SC-Trainer Streich

Dass sich ein Teil der Fans weigerte, in Stindls Jubel einzustimmen, hatte Adi Hütter nicht mitbekommen. Aber sehr wohl das riesige Banner am Gästeblock registriert. "Man muss eine gewisse Enttäuschung unserer Fans auch verstehen. Die Saison ist einfach nicht zufriedenstellend. Deswegen muss man Ungeduld bei einem großen Verein wie Borussia Mönchengladbach manchmal auch verstehen. Es ist nicht gut, keine Frage", erklärte Hütter auf der Pressekonferenz. Zuvor hatte sich schon Christian Streich zur komplizierten Situation bei der Borussia geäußert. "Ich wünsche Adi alles Gute. Es ist nicht einfach, wenn es mal nicht so läuft", sagte Freiburgs Trainer. "Gladbach ist ein großer Verein. Die Fans dürfen nicht vergessen, dass du nicht immer nur um die Champions League spielen kannst, auch nicht mit Gladbach. Sie müssen schauen, dass sie vernünftig bleiben. Das ist wichtig für die Mannschaft, für die Trainer und das Umfeld. Ein großer Verein ist nur ein großer Verein, wenn er in so einer Phase den handelnden Personen Ruhe gibt. Ein Derby zu verlieren, das stinkt einem, aber es ist nicht der Weltuntergang."

Vielleicht trägt Stindls Tor und der späte Punktgewinn beim Pokalfinalisten ja doch einen Teil dazu bei, dass sich die Wogen in den nächsten Tagen glätten. Dass in den letzten drei Saisonspielen auch in Sachen Stimmung rund um den Klub einiges auf dem Spiel steht, liegt auf der Hand. "Wir haben eines zu tun: bestmöglich Fußball zu spielen, Leistungen zu bringen und zu punkten. Damit können wir die aktuelle Kluft wieder schließen", blickt Hütter nach vorne. Und Sportdirektor Roland Virkus appellierte vor dem Saisonendspurt: "In Zukunft wird wichtig sein, dass wir alle, auch gemeinsam mit den Fans, weiter zusammenstehen."

Jan Lustig

Bilder zur Partie SC Freiburg - Bor. Mönchengladbach