Virtual Bundesliga

VBL-Geniestreich: "1000-IQ-Bene" rettet Paderborn Platz 1

Dortmund mit Speedrun im VBLCC-Revierderby

Gladbach ärgert Top-Teams - "1000-IQ-Bene" rettet Paderborn die Spitze

Sorgte für das Tor des Tages: Wolfsburgs 'BeneCR7x'.

Sorgte für das Tor des Tages: Wolfsburgs 'BeneCR7x'. DFL/Getty Images/Alexander Scheuber

"Wie ein offenes Buch gelesen" habe Benedikt Bauer seinen Kontrahenten Henning Wilmbusse in der 81. Ingame-Minute. So beschrieb VBL-Moderator Tim 'Latka' Schwartmann, was wenige Augenblicke zuvor geschehen war. Im letzten Einzelspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SV Werder Bremen stand es in der Schlussphase 3:3. Zuvor war beiden Seiten im 2vs2 und im ersten 1vs1 je ein Sieg geglückt. Dann brach 'BeneCR7x' auf dem linken Flügel durch. 

Während die meisten Zuschauer wohl eine Flanke erwarteten, erkannte Bauer, dass Wilmbusse seinen Torwart in Erwartung ebendieser bereits aus dem Tor holte. Im Bruchteil einer Sekunde entschied sich der VfL-eSportler daher für den frechen Abschluss aus spitzem Winkel - der zum 4:3 einschlug. Die Aktion verdiente sich das Prädikat "1000-IQ-Play" von Schwartmanns Caster-Kollege Niklas Nörenberg. Der X-Account taufte den Torschützen anschließend "1000-IQ-Bene".  

Überraschende Abreibung für 'Jonny'

Obwohl Wilmbusse in den letzten Ingame-Minuten noch das 4:4 erzielte und damit unterm Strich ein Remis holte, durfte sich vor allem der SC Paderborn über den Bremer Punktverlust freuen. Da Werder die "9er-Bombe" verpasste, hielten sich die Ostwestfalen an der Tabellenspitze der Division Nord-West. Dabei zeigte sich der SCP am Dienstagabend ungewohnt anfällig. Sowohl gegen Borussia Mönchengladbach als auch den Hamburger SV wurde nur ein Zähler eingefahren. 

Besonders bemerkenswert war dabei das zweite Einzel im Duell mit Gladbach. Das Doppel endete 2:2, das erste 1vs1 hatte der Paderborner Jamie Bartel furios mit 6:0 gegen Jannis Pütz gewonnen. Auf den recht unerfahrenen Borussen Lukas 'LxKi' Lange wartete im Entscheidungsspiel entsprechend Jonas Wirth - WM-Teilnehmer 2023 und Top-Performer der VBLCC-Hinrunde. Nicht nur Stream-Experte Mohammed 'MoAuba' Harkous ging fest von einem Sieg für 'Jonny' aus.

Feierten einen überraschenden Punkt gegen Paderborn: die Gladbacher eSportler. DFL/Getty Images/Alexander Scheuber

Doch Wirth geriet überraschend deutlich unter die Räder. Während der Gladbacher 'LxKi' vor dem Tor meist eiskalt blieb, vergab 'Jonny' all seine - teils sehr guten - Gelegenheiten. Am Ende stand ein 0:5, das Paderborn zwei Punkte kostete. "Es war vielleicht ein bisschen zu hoch, aber der Sieg geht trotzdem in Ordnung", sagte Lange. Dass die Tabellenführung nicht verloren wurde, verdankt der SCP wie erwähnt 'BeneCR7x'. 

Strapaziöses Programm für St. Pauli

Spieltag 26

Nach dem Punktgewinn gegen den Spitzenreiter gelang Mönchengladbach noch ein weiterer Coup: Die Fohlen bezwangen den drittplatzierten FC St. Pauli im Speedrun mit 3:2 und 2:1. Da die Borussia sich auch gegen Holstein Kiel durchsetzte, holte sie neun von neun möglichen Punkten und schob sich bis auf vier Zähler an die Play-off-Ränge heran. Formschwächer präsentierten sich wiederum die St. Paulianer, die ein strammes Programm zu absolvieren hatten.

Aufgrund von Nachholspielen standen am Montag und Dienstag insgesamt sieben Begegnungen auf der Agenda der Hamburger. Zufrieden kann das Top-Team mit der Ausbeute nicht sein: Sieben Punkte holten die eKiezkicker lediglich. Der Rückstand auf Rang zwei und Werder beträgt damit nun ebenfalls sieben Zähler. 

Derby-Sieger im Norden und Revier

Die Bremer schafften zwar den Sprung auf den Platz an der Sonne nicht ganz, dürfen sich aber Nordderby-Sieger nennen. Das Duell mit dem HSV drehten Wilmbusse und Mannschaftskamerad Berkay Demirci nach einer 1:2-Niederlage im Doppel durch zwei 1vs1-Erfolge. Und die Werder-Profis waren nicht die einzigen strahlenden Derby-Sieger am Dienstagabend. Auch Borussia Dortmund fuhr in der VBLCC einen prestigeträchtigen Sieg ein. 

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In zwei spektakulären Partien gelang dem BVB der Speedrun gegen den FC Schalke 04. Im Doppel lagen Roee Feldman und Alihan Kösecik insgesamt dreimal zurück - zwischendurch gar 1:3. Dank großer Comeback-Qualitäten und eines Treffers in der zweiten Minute der Ingame-Nachspielzeit triumphierte das Dortmunder Duo letztlich dennoch mit 5:4. Auch im anschließenden Einzel geriet Feldman zunächst in Rückstand, der Israeli drehte das Spiel noch in einen 5:3-Sieg.

Defensiv sei es laut BVB-Profi Kösecik "etwas holprig" gewesen, das zweite virtuelle Revierderby. Offensiv dafür aber "umso stärker". Feldman bezeichnete die Dortmunder Saison allgemein als "einen Prozess" mit "viel auf und ab". Der Blick auf die Tabelle bestätigt seine Einschätzung: Der elfte Platz dürfte bei den Borussen keine Jubelstürme auslösen. Andererseits sind es auch nur noch drei Punkte zu den Play-off-Rängen - dem erklärten Ziel.

nas

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